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Am 13. August 1962 wird der Beschluss gefasst, eine fünfklassige Dörfergemeinschaftsschule zu errichten, wenige Monate später gründet sich der Schulverband Fahrdorf-Stexwig-Borgwedel. Verbandsvorsteher wird Bürgermeister Asmussen, der den Bau am östlichen Dorfausgang energisch vorantreibt. Zwei Jahre wird gebaut, bis am 5. April1965 der Schulbetrieb aufgenommen werden kann: Schulleiter Heinz Taubert, seit 1961 Schulleiter in Fahrdorf, erhält den Schulschlüssel vom Schulverbandsvorsteher.105 Schüler aus Fahrdorf und 49 aus Borgwedel und Stexwig erfüllen die neue Schule mit Leben. Unterrichtet werden sie von zwei Lehrerinnen und drei Lehrern. An Unterrichtsräumen stehen zur Verfügung: fünf Stammklassen, eine Klasse für den Naturkundeunterricht, eine Lehrküche mit Nebenräumen, ein Werkraum, ein Schülergruppenraum, eine Turnhalle mit Entsprechenden Umkleideräumen.
Weiterhin verfügt die Schule über ein Schulleiter- und ein Lehrerzimmer, einen Schüleraufenthaltsraum, ein Arztzimmer, einen Lehrmittelraum und einen Büchereiraum. Mit Beginn des Jahres 1968/69 steigt die Schülerzahl auf 202, ein Anbau mit weiteren Stammklassen wird geplant und zum Beginn des Schuljahres 1970/71 fertiggestellt. Nachdem die Gemeindevertretungen in Fahrdorf und Borgwedel beschlossen haben, einen weiteren Anbau für einen Kindergarten und eine Vorschule zu finanzieren, ist die Entscheidung zugunsten eines modernen Schulzentrums mit Vorschule, Grund- und Hauptschule gefallen. Am 26. Oktober 1973 wird der Anbau unter Anwesenheit des Kultusministers Dr. Braun feierlich eingeweiht. Die Schülerzahlen im Hauptschulbereich gehen in den Folgejahren jedoch mehr und mehr zurück, so dass mit Beginn des Schuljahres 1976/77 die verbliebenen Hauptschüler zur Bugenhagenschule nach Schleswig wechseln: In Fahrdorf gibt es keine Hauptschule mehr. 1978 wird Schulleiter Heinz Taubert pensioniert, sein Nachfolger wird Walther Schönemann.
In den folgenden Jahren muss die Schule umfangreich saniert werden, beide Lehrerwohnhäuser werden verkauft, um die hohen Kosten abzudecken.
Im Schuljahr 1993/94 unterrichten neben dem Schulleiter und dem Konrektor Helmut Kolbe fünf Lehrerinnen (M. Griese, K. Gröpper, Ch. Hadre, U. Kuhberg, R. v. Scharnweber) 118 Schülerinnen und Schüler in sechs Klassen. Die pädagogische Zielsetzungen haben sich in den letzten zehn Jahren deutlich verändert. Die allzu starre Ausrichtung des Unterrichtes auf einen vorgegebenen Lehrplan ist zugunsten einer stärkeren Orientierung am Kind und seinem Alter, d.h. seinem individuellen Leistungsvermögen aufgegeben worden. Ansätze einer Öffnung des Unterrichtes mit einer stärkeren inneren Differenzierung prägen die pädagogische Arbeit. Neben den herkömmlichen Fächern (Deutsch, Mathematik, Heimat- und Sachkundeunterricht) gewinnen Arbeitsgemeinschaften, die frei sind von Leistungsbeurteilungen, an Bedeutung. Darüber hinaus ist der künstlerische Unterrichtsbereich ausgeweitet worden. Auch in der Gestaltung des Schulhofes wird diese pädagogische Grundhaltung erkennbar: Um den eigentlichen Schulhof herum hat man Spielzonen angelegt, die eine persönliche Entfaltung der Kinder auch beim Spielen ermöglichen. Das traditionelle Schulfest, Theaterbesuche und Theateraufführungen vor Ort, Ausflüge und Klassenfahrten sind fester Bestandteil des Schullebens. Die einmütige Unterstützung der Schule durch die politischen Gremien (Schulverband und Gemeindevertretungen) unterstreicht den gemeinsamen
Willen, die Schule für die Kinder, aber auch für die Bürgerinnen und Bürger als einen besonderen Lernort und als kulturelles Zentrum in der Gemeinde Fahrdorf zu erhalten.