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Aus Untertanen des Klosters werden preußische Untertanen

 

Dem Sieg auf dem Schlachtfeld 1864 folgte mit Patent vom Januar 1867 die Inbesitznahme Schleswig-Holsteins durch Preußen und die Eingliederung Nordschleswigs mit einem großen dänischen Bevölkerungsteil. Eine Reihe grundlegender neuer Gesetze und Verordnungen katapultierte Schleswig-Holstein verwaltungsmäßig aus dem Mittelalter in die Neuzeit. Es waren dies u.a.

- die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht von 1866

- die Landgemeindeordnungen von 1867 und 1892

- die Reform des Steuerwesens von 1867

- die Einführung der Gewerbefreiheit 1867

- die Kreisordnung von 1888

- die Verordnung über die Trennung der Justiz von der Verwaltung sowie

- die Einführung der preußischen Verfassung und einer Landesverfassung

Viele der neuen Bestimmungen, die von der eher konservativen bäuerlichen Bevölkerung mit Misstrauen aufgenommen wurden, wirkten sich segensreich auf die Entwicklung des Landes und auch Fahrdorfs aus. Während einerseits eine Zentralisierung und Bürokratisierung des Gemeinwesens eintrat, erfolgte andererseits eine Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung durch Delegation von Verantwortung in bisher unbekanntem Ausmaß.

Für Fahrdorf bedeuteten die Veränderungen die Auflösung der Strukturen, in die es "hineingeboren" und in denen es "aufgewachsen" war, die Auflösung der Verbindung mit dem St. Johanniskloster. So wurden 1867 aus Untertanen des Klosters preußische Untertanen. Am 12. August 1881 erfolgte im Rahmen einer Gemeindereform die Eingliederung des "Wohnplatzes" Loopstedt, am 15. August 1885 die Eingliederung bisher kommunalfreier Wasserflächen, des Haddebyer

Noores und Teile der Schlei. Mit der Landgemeindeordnung von 1867 erhielt unsere Gemeinde ihren ersten gewählten Gemeindevorsteher und ihre erste Gemeindevertretung.