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2.4 Fahrdorf und das Schleswiger St. Johanniskloster

Die Geschichte Fahrdorfs ist untrennbar mit dem Schleswiger St. Johanniskloster verbunden. Die Suche nach den ersten schriftlichen Spuren Fahrdorfs führt uns daher in dessen Archiv, das jetzt im Schleswig-Holsteinischen Landesarchiv aufbewahrt wird. Hier befinden sich die umfangreichsten Quellen über unsere Gemeinde bis ins späte 19. Jahrhundert hinein. Nach dem Niedergang Haithabus stieg im 12. Jahrhundert das heutige Schleswig zu einem Herrschafts- und Handelszentrum auf. Es verlor zwar im 13. Jahrhundert seine Fernhandelsfunktion an Lübeck, wurde jedoch Mittelpunkt eines erstarkenden Herzogtums und Bischofssitz, also religiöses Zentrum. Hier befand sich auch das Michaeliskloster der Benediktiner. Als Doppelkloster für Mönche und Nonnen angelegt, geriet es Ende des zwölften Jahrhunderts in sittlichen Verfall, so dass es der Bischof um 1190 aufhob. Den zehn Nonnen wies er wahrscheinlich 1194 eine neue Heimstätte auf dem Holm (Insel) vor Schleswig zu. Sie vollendeten dort zuerst die bestehende Kirche und weihten sie Johannis dem Täufer.
Die wirtschaftliche Grundlage des Klosters war zu Beginn schwach. So mussten nach einem großen Brand im Jahre 1299 mehrere Bischöfe bewogen werden, zur Geldbeschaffung Ablassverkündigungen zu erteilen. 1329 galt es, dafür "Sorge zu tragen, daß die Nonnen dem öffentlichen Anblick entzogen würden; und nach Entfernung aller Gelegenheit zur Zuchtlosigkeit desto eifriger ihre Herzen und Körper in aller Heiligkeit bewahren könnten".
Erst ab der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts besserte sich die finanzielle Situation, da das Kloster durch Stiftungen und Spenden aus dem Adel und dem Bürgertum nach und nach zu ansehnlichem Landbesitz kam. Zu diesem Landbesitz gehörte auch das Fahrdorfer und Loopstedter Gebiet, das heute die Gemeinde Fahrdorf umfasst.