<h4>Datenschutzerklärung</h4>
 
<p>Wir freuen uns sehr über Ihr Interesse an unserem Unternehmen. Datenschutz hat einen besonders hohen Stellenwert für die Geschäftsleitung der AG Dorfgeschichte Fahrdorf. Eine Nutzung der Internetseiten der AG Dorfgeschichte Fahrdorf ist grundsätzlich ohne jede Angabe personenbezogener Daten möglich. Sofern eine betroffene Person besondere Services unseres Unternehmens über unsere Internetseite in Anspruch nehmen möchte, könnte jedoch eine Verarbeitung personenbezogener Daten erforderlich werden. Ist die Verarbeitung personenbezogener Daten erforderlich und besteht für eine solche Verarbeitung keine gesetzliche Grundlage, holen wir generell eine Einwilligung der betroffenen Person ein.</p>
 
<p>Die Verarbeitung personenbezogener Daten, beispielsweise des Namens, der Anschrift, E-Mail-Adresse oder Telefonnummer einer betroffenen Person, erfolgt stets im Einklang mit der Datenschutz-Grundverordnung und in Übereinstimmung mit den für die AG Dorfgeschichte Fahrdorf geltenden landesspezifischen Datenschutzbestimmungen. Mittels dieser Datenschutzerklärung möchte unser Unternehmen die Öffentlichkeit über Art, Umfang und Zweck der von uns erhobenen, genutzten und verarbeiteten personenbezogenen Daten informieren. Ferner werden betroffene Personen mittels dieser Datenschutzerklärung über die ihnen zustehenden Rechte aufgeklärt.</p>
 
<p>Die AG Dorfgeschichte Fahrdorf hat als für die Verarbeitung Verantwortlicher zahlreiche technische und organisatorische Maßnahmen umgesetzt, um einen möglichst lückenlosen Schutz der über diese Internetseite verarbeiteten personenbezogenen Daten sicherzustellen. Dennoch können Internetbasierte Datenübertragungen grundsätzlich Sicherheitslücken aufweisen, sodass ein absoluter Schutz nicht gewährleistet werden kann. Aus diesem Grund steht es jeder betroffenen Person frei, personenbezogene Daten auch auf alternativen Wegen, beispielsweise telefonisch, an uns zu übermitteln.</p>
 
<h4>1. Begriffsbestimmungen</h4>
<p>Die Datenschutzerklärung der AG Dorfgeschichte Fahrdorf beruht auf den Begrifflichkeiten, die durch den Europäischen Richtlinien- und Verordnungsgeber beim Erlass der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) verwendet wurden. Unsere Datenschutzerklärung soll sowohl für die Öffentlichkeit als auch für unsere Kunden und Geschäftspartner einfach lesbar und verständlich sein. Um dies zu gewährleisten, möchten wir vorab die verwendeten Begrifflichkeiten erläutern.</p>
 
<p>Wir verwenden in dieser Datenschutzerklärung unter anderem die folgenden Begriffe:</p>
 
<ul style="list-style: none">
<li><h4>a)    personenbezogene Daten</h4>
<p>Personenbezogene Daten sind alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person (im Folgenden „betroffene Person“) beziehen. Als identifizierbar wird eine natürliche Person angesehen, die direkt oder indirekt, insbesondere mittels Zuordnung zu einer Kennung wie einem Namen, zu einer Kennnummer, zu Standortdaten, zu einer Online-Kennung oder zu einem oder mehreren besonderen Merkmalen, die Ausdruck der physischen, physiologischen, genetischen, psychischen, wirtschaftlichen, kulturellen oder sozialen Identität dieser natürlichen Person sind, identifiziert werden kann.</p>
</li>
<li><h4>b)    betroffene Person</h4>
<p>Betroffene Person ist jede identifizierte oder identifizierbare natürliche Person, deren personenbezogene Daten von dem für die Verarbeitung Verantwortlichen verarbeitet werden.</p>
</li>
<li><h4>c)    Verarbeitung</h4>
<p>Verarbeitung ist jeder mit oder ohne Hilfe automatisierter Verfahren ausgeführte Vorgang oder jede solche Vorgangsreihe im Zusammenhang mit personenbezogenen Daten wie das Erheben, das Erfassen, die Organisation, das Ordnen, die Speicherung, die Anpassung oder Veränderung, das Auslesen, das Abfragen, die Verwendung, die Offenlegung durch Übermittlung, Verbreitung oder eine andere Form der Bereitstellung, den Abgleich oder die Verknüpfung, die Einschränkung, das Löschen oder die Vernichtung.</p>
</li>
<li><h4>d)    Einschränkung der Verarbeitung</h4>
<p>Einschränkung der Verarbeitung ist die Markierung gespeicherter personenbezogener Daten mit dem Ziel, ihre künftige Verarbeitung einzuschränken.</p>
</li>
<li><h4>e)    Profiling</h4>
<p>Profiling ist jede Art der automatisierten Verarbeitung personenbezogener Daten, die darin besteht, dass diese personenbezogenen Daten verwendet werden, um bestimmte persönliche Aspekte, die sich auf eine natürliche Person beziehen, zu bewerten, insbesondere, um Aspekte bezüglich Arbeitsleistung, wirtschaftlicher Lage, Gesundheit, persönlicher Vorlieben, Interessen, Zuverlässigkeit, Verhalten, Aufenthaltsort oder Ortswechsel dieser natürlichen Person zu analysieren oder vorherzusagen.</p>
</li>
<li><h4>f)     Pseudonymisierung</h4>
<p>Pseudonymisierung ist die Verarbeitung personenbezogener Daten in einer Weise, auf welche die personenbezogenen Daten ohne Hinzuziehung zusätzlicher Informationen nicht mehr einer spezifischen betroffenen Person zugeordnet werden können, sofern diese zusätzlichen Informationen gesondert aufbewahrt werden und technischen und organisatorischen Maßnahmen unterliegen, die gewährleisten, dass die personenbezogenen Daten nicht einer identifizierten oder identifizierbaren natürlichen Person zugewiesen werden.</p>
</li>
<li><h4>g)    Verantwortlicher oder für die Verarbeitung Verantwortlicher</h4>
<p>Verantwortlicher oder für die Verarbeitung Verantwortlicher ist die natürliche oder juristische Person, Behörde, Einrichtung oder andere Stelle, die allein oder gemeinsam mit anderen über die Zwecke und Mittel der Verarbeitung von personenbezogenen Daten entscheidet. Sind die Zwecke und Mittel dieser Verarbeitung durch das Unionsrecht oder das Recht der Mitgliedstaaten vorgegeben, so kann der Verantwortliche beziehungsweise können die bestimmten Kriterien seiner Benennung nach dem Unionsrecht oder dem Recht der Mitgliedstaaten vorgesehen werden.</p>
</li>
<li><h4>h)    Auftragsverarbeiter</h4>
<p>Auftragsverarbeiter ist eine natürliche oder juristische Person, Behörde, Einrichtung oder andere Stelle, die personenbezogene Daten im Auftrag des Verantwortlichen verarbeitet.</p>
</li>
<li><h4>i)      Empfänger</h4>
<p>Empfänger ist eine natürliche oder juristische Person, Behörde, Einrichtung oder andere Stelle, der personenbezogene Daten offengelegt werden, unabhängig davon, ob es sich bei ihr um einen Dritten handelt oder nicht. Behörden, die im Rahmen eines bestimmten Untersuchungsauftrags nach dem Unionsrecht oder dem Recht der Mitgliedstaaten möglicherweise personenbezogene Daten erhalten, gelten jedoch nicht als Empfänger.</p>
</li>
<li><h4>j)      Dritter</h4>
<p>Dritter ist eine natürliche oder juristische Person, Behörde, Einrichtung oder andere Stelle außer der betroffenen Person, dem Verantwortlichen, dem Auftragsverarbeiter und den Personen, die unter der unmittelbaren Verantwortung des Verantwortlichen oder des Auftragsverarbeiters befugt sind, die personenbezogenen Daten zu verarbeiten.</p>
</li>
<li><h4>k)    Einwilligung</h4>
<p>Einwilligung ist jede von der betroffenen Person freiwillig für den bestimmten Fall in informierter Weise und unmissverständlich abgegebene Willensbekundung in Form einer Erklärung oder einer sonstigen eindeutigen bestätigenden Handlung, mit der die betroffene Person zu verstehen gibt, dass sie mit der Verarbeitung der sie betreffenden personenbezogenen Daten einverstanden ist.</p>
</li>
</ul>
 
<h4>2. Name und Anschrift des für die Verarbeitung Verantwortlichen</h4>
<p>Verantwortlicher im Sinne der Datenschutz-Grundverordnung, sonstiger in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union geltenden Datenschutzgesetze und anderer Bestimmungen mit datenschutzrechtlichem Charakter ist die:</p>
 
<p>AG Dorfgeschichte Fahrdorf</p>
<p>Dorfstraße 9</p>
<p>24857 Fahrdorf</p>
<p>Deutschland</p>
<p>Tel.: 04621-32173</p>
<p>E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;/p>
<p>Website: fahrdorf-dorfgeschichte.de</p>
 
<h4>3. Erfassung von allgemeinen Daten und Informationen</h4>
<p>Die Internetseite der AG Dorfgeschichte Fahrdorf erfasst mit jedem Aufruf der Internetseite durch eine betroffene Person oder ein automatisiertes System eine Reihe von allgemeinen Daten und Informationen. Diese allgemeinen Daten und Informationen werden in den Logfiles des Servers gespeichert. Erfasst werden können die (1) verwendeten Browsertypen und Versionen, (2) das vom zugreifenden System verwendete Betriebssystem, (3) die Internetseite, von welcher ein zugreifendes System auf unsere Internetseite gelangt (sogenannte Referrer), (4) die Unterwebseiten, welche über ein zugreifendes System auf unserer Internetseite angesteuert werden, (5) das Datum und die Uhrzeit eines Zugriffs auf die Internetseite, (6) eine Internet-Protokoll-Adresse (IP-Adresse), (7) der Internet-Service-Provider des zugreifenden Systems und (8) sonstige ähnliche Daten und Informationen, die der Gefahrenabwehr im Falle von Angriffen auf unsere informationstechnologischen Systeme dienen.</p>
 
<p>Bei der Nutzung dieser allgemeinen Daten und Informationen zieht die AG Dorfgeschichte Fahrdorf keine Rückschlüsse auf die betroffene Person. Diese Informationen werden vielmehr benötigt, um (1) die Inhalte unserer Internetseite korrekt auszuliefern, (2) die Inhalte unserer Internetseite sowie die Werbung für diese zu optimieren, (3) die dauerhafte Funktionsfähigkeit unserer informationstechnologischen Systeme und der Technik unserer Internetseite zu gewährleisten sowie (4) um Strafverfolgungsbehörden im Falle eines Cyberangriffes die zur Strafverfolgung notwendigen Informationen bereitzustellen. Diese anonym erhobenen Daten und Informationen werden durch die AG Dorfgeschichte Fahrdorf daher einerseits statistisch und ferner mit dem Ziel ausgewertet, den Datenschutz und die Datensicherheit in unserem Unternehmen zu erhöhen, um letztlich ein optimales Schutzniveau für die von uns verarbeiteten personenbezogenen Daten sicherzustellen. Die anonymen Daten der Server-Logfiles werden getrennt von allen durch eine betroffene Person angegebenen personenbezogenen Daten gespeichert.</p>
 
<h4>4. Routinemäßige Löschung und Sperrung von personenbezogenen Daten</h4>
<p>Der für die Verarbeitung Verantwortliche verarbeitet und speichert personenbezogene Daten der betroffenen Person nur für den Zeitraum, der zur Erreichung des Speicherungszwecks erforderlich ist oder sofern dies durch den Europäischen Richtlinien- und Verordnungsgeber oder einen anderen Gesetzgeber in Gesetzen oder Vorschriften, welchen der für die Verarbeitung Verantwortliche unterliegt, vorgesehen wurde.</p>
 
<p>Entfällt der Speicherungszweck oder läuft eine vom Europäischen Richtlinien- und Verordnungsgeber oder einem anderen zuständigen Gesetzgeber vorgeschriebene Speicherfrist ab, werden die personenbezogenen Daten routinemäßig und entsprechend den gesetzlichen Vorschriften gesperrt oder gelöscht.</p>
 
<h4>5. Rechte der betroffenen Person</h4>
<ul style="list-style: none;">
<li><h4>a)    Recht auf Bestätigung</h4>
<p>Jede betroffene Person hat das vom Europäischen Richtlinien- und Verordnungsgeber eingeräumte Recht, von dem für die Verarbeitung Verantwortlichen eine Bestätigung darüber zu verlangen, ob sie betreffende personenbezogene Daten verarbeitet werden. Möchte eine betroffene Person dieses Bestätigungsrecht in Anspruch nehmen, kann sie sich hierzu jederzeit an einen Mitarbeiter des für die Verarbeitung Verantwortlichen wenden.</p>
</li>
<li><h4>b)    Recht auf Auskunft</h4>
<p>Jede von der Verarbeitung personenbezogener Daten betroffene Person hat das vom Europäischen Richtlinien- und Verordnungsgeber gewährte Recht, jederzeit von dem für die Verarbeitung Verantwortlichen unentgeltliche Auskunft über die zu seiner Person gespeicherten personenbezogenen Daten und eine Kopie dieser Auskunft zu erhalten. Ferner hat der Europäische Richtlinien- und Verordnungsgeber der betroffenen Person Auskunft über folgende Informationen zugestanden:</p>
 
<ul style="list-style: none;">
<li>die Verarbeitungszwecke</li>
<li>die Kategorien personenbezogener Daten, die verarbeitet werden</li>
<li>die Empfänger oder Kategorien von Empfängern, gegenüber denen die personenbezogenen Daten offengelegt worden sind oder noch offengelegt werden, insbesondere bei Empfängern in Drittländern oder bei internationalen Organisationen</li>
<li>falls möglich die geplante Dauer, für die die personenbezogenen Daten gespeichert werden, oder, falls dies nicht möglich ist, die Kriterien für die Festlegung dieser Dauer</li>
<li>das Bestehen eines Rechts auf Berichtigung oder Löschung der sie betreffenden personenbezogenen Daten oder auf Einschränkung der Verarbeitung durch den Verantwortlichen oder eines Widerspruchsrechts gegen diese Verarbeitung</li>
<li>das Bestehen eines Beschwerderechts bei einer Aufsichtsbehörde</li>
<li>wenn die personenbezogenen Daten nicht bei der betroffenen Person erhoben werden: Alle verfügbaren Informationen über die Herkunft der Daten</li>
<li>das Bestehen einer automatisierten Entscheidungsfindung einschließlich Profiling gemäß Artikel 22 Abs.1 und 4 DS-GVO und — zumindest in diesen Fällen — aussagekräftige Informationen über die involvierte Logik sowie die Tragweite und die angestrebten Auswirkungen einer derartigen Verarbeitung für die betroffene Person</li>
 
</ul>
<p>Ferner steht der betroffenen Person ein Auskunftsrecht darüber zu, ob personenbezogene Daten an ein Drittland oder an eine internationale Organisation übermittelt wurden. Sofern dies der Fall ist, so steht der betroffenen Person im Übrigen das Recht zu, Auskunft über die geeigneten Garantien im Zusammenhang mit der Übermittlung zu erhalten.</p>
 
<p>Möchte eine betroffene Person dieses Auskunftsrecht in Anspruch nehmen, kann sie sich hierzu jederzeit an einen Mitarbeiter des für die Verarbeitung Verantwortlichen wenden.</p>
</li>
<li><h4>c)    Recht auf Berichtigung</h4>
<p>Jede von der Verarbeitung personenbezogener Daten betroffene Person hat das vom Europäischen Richtlinien- und Verordnungsgeber gewährte Recht, die unverzügliche Berichtigung sie betreffender unrichtiger personenbezogener Daten zu verlangen. Ferner steht der betroffenen Person das Recht zu, unter Berücksichtigung der Zwecke der Verarbeitung, die Vervollständigung unvollständiger personenbezogener Daten — auch mittels einer ergänzenden Erklärung — zu verlangen.</p>
 
<p>Möchte eine betroffene Person dieses Berichtigungsrecht in Anspruch nehmen, kann sie sich hierzu jederzeit an einen Mitarbeiter des für die Verarbeitung Verantwortlichen wenden.</p></li>
<li>
<h4>d)    Recht auf Löschung (Recht auf Vergessen werden)</h4>
<p>Jede von der Verarbeitung personenbezogener Daten betroffene Person hat das vom Europäischen Richtlinien- und Verordnungsgeber gewährte Recht, von dem Verantwortlichen zu verlangen, dass die sie betreffenden personenbezogenen Daten unverzüglich gelöscht werden, sofern einer der folgenden Gründe zutrifft und soweit die Verarbeitung nicht erforderlich ist:</p>
 
<ul style="list-style: none;">
<li>Die personenbezogenen Daten wurden für solche Zwecke erhoben oder auf sonstige Weise verarbeitet, für welche sie nicht mehr notwendig sind.</li>
<li>Die betroffene Person widerruft ihre Einwilligung, auf die sich die Verarbeitung gemäß Art. 6 Abs. 1 Buchstabe a DS-GVO oder Art. 9 Abs. 2 Buchstabe a DS-GVO stützte, und es fehlt an einer anderweitigen Rechtsgrundlage für die Verarbeitung.</li>
<li>Die betroffene Person legt gemäß Art. 21 Abs. 1 DS-GVO Widerspruch gegen die Verarbeitung ein, und es liegen keine vorrangigen berechtigten Gründe für die Verarbeitung vor, oder die betroffene Person legt gemäß Art. 21 Abs. 2 DS-GVO Widerspruch gegen die Verarbeitung ein.</li>
<li>Die personenbezogenen Daten wurden unrechtmäßig verarbeitet.</li>
<li>Die Löschung der personenbezogenen Daten ist zur Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung nach dem Unionsrecht oder dem Recht der Mitgliedstaaten erforderlich, dem der Verantwortliche unterliegt.</li>
<li>Die personenbezogenen Daten wurden in Bezug auf angebotene Dienste der Informationsgesellschaft gemäß Art. 8 Abs. 1 DS-GVO erhoben.</li>
 
</ul>
<p>Sofern einer der oben genannten Gründe zutrifft und eine betroffene Person die Löschung von personenbezogenen Daten, die bei der AG Dorfgeschichte Fahrdorf gespeichert sind, veranlassen möchte, kann sie sich hierzu jederzeit an einen Mitarbeiter des für die Verarbeitung Verantwortlichen wenden. Der Mitarbeiter der AG Dorfgeschichte Fahrdorf wird veranlassen, dass dem Löschverlangen unverzüglich nachgekommen wird.</p>
 
<p>Wurden die personenbezogenen Daten von der AG Dorfgeschichte Fahrdorf öffentlich gemacht und ist unser Unternehmen als Verantwortlicher gemäß Art. 17 Abs. 1 DS-GVO zur Löschung der personenbezogenen Daten verpflichtet, so trifft die AG Dorfgeschichte Fahrdorf unter Berücksichtigung der verfügbaren Technologie und der Implementierungskosten angemessene Maßnahmen, auch technischer Art, um andere für die Datenverarbeitung Verantwortliche, welche die veröffentlichten personenbezogenen Daten verarbeiten, darüber in Kenntnis zu setzen, dass die betroffene Person von diesen anderen für die Datenverarbeitung Verantwortlichen die Löschung sämtlicher Links zu diesen personenbezogenen Daten oder von Kopien oder Replikationen dieser personenbezogenen Daten verlangt hat, soweit die Verarbeitung nicht erforderlich ist. Der Mitarbeiter der AG Dorfgeschichte Fahrdorf wird im Einzelfall das Notwendige veranlassen.</p>
</li>
<li><h4>e)    Recht auf Einschränkung der Verarbeitung</h4>
<p>Jede von der Verarbeitung personenbezogener Daten betroffene Person hat das vom Europäischen Richtlinien- und Verordnungsgeber gewährte Recht, von dem Verantwortlichen die Einschränkung der Verarbeitung zu verlangen, wenn eine der folgenden Voraussetzungen gegeben ist:</p>
 
<ul style="list-style: none;">
<li>Die Richtigkeit der personenbezogenen Daten wird von der betroffenen Person bestritten, und zwar für eine Dauer, die es dem Verantwortlichen ermöglicht, die Richtigkeit der personenbezogenen Daten zu überprüfen.</li>
<li>Die Verarbeitung ist unrechtmäßig, die betroffene Person lehnt die Löschung der personenbezogenen Daten ab und verlangt stattdessen die Einschränkung der Nutzung der personenbezogenen Daten.</li>
<li>Der Verantwortliche benötigt die personenbezogenen Daten für die Zwecke der Verarbeitung nicht länger, die betroffene Person benötigt sie jedoch zur Geltendmachung, Ausübung oder Verteidigung von Rechtsansprüchen.</li>
<li>Die betroffene Person hat Widerspruch gegen die Verarbeitung gem. Art. 21 Abs. 1 DS-GVO eingelegt und es steht noch nicht fest, ob die berechtigten Gründe des Verantwortlichen gegenüber denen der betroffenen Person überwiegen.</li>
 
</ul>
<p>Sofern eine der oben genannten Voraussetzungen gegeben ist und eine betroffene Person die Einschränkung von personenbezogenen Daten, die bei der AG Dorfgeschichte Fahrdorf gespeichert sind, verlangen möchte, kann sie sich hierzu jederzeit an einen Mitarbeiter des für die Verarbeitung Verantwortlichen wenden. Der Mitarbeiter der AG Dorfgeschichte Fahrdorf wird die Einschränkung der Verarbeitung veranlassen.</p>
</li>
<li><h4>f)     Recht auf Datenübertragbarkeit</h4>
<p>Jede von der Verarbeitung personenbezogener Daten betroffene Person hat das vom Europäischen Richtlinien- und Verordnungsgeber gewährte Recht, die sie betreffenden personenbezogenen Daten, welche durch die betroffene Person einem Verantwortlichen bereitgestellt wurden, in einem strukturierten, gängigen und maschinenlesbaren Format zu erhalten. Sie hat außerdem das Recht, diese Daten einem anderen Verantwortlichen ohne Behinderung durch den Verantwortlichen, dem die personenbezogenen Daten bereitgestellt wurden, zu übermitteln, sofern die Verarbeitung auf der Einwilligung gemäß Art. 6 Abs. 1 Buchstabe a DS-GVO oder Art. 9 Abs. 2 Buchstabe a DS-GVO oder auf einem Vertrag gemäß Art. 6 Abs. 1 Buchstabe b DS-GVO beruht und die Verarbeitung mithilfe automatisierter Verfahren erfolgt, sofern die Verarbeitung nicht für die Wahrnehmung einer Aufgabe erforderlich ist, die im öffentlichen Interesse liegt oder in Ausübung öffentlicher Gewalt erfolgt, welche dem Verantwortlichen übertragen wurde.</p>
 
<p>Ferner hat die betroffene Person bei der Ausübung ihres Rechts auf Datenübertragbarkeit gemäß Art. 20 Abs. 1 DS-GVO das Recht, zu erwirken, dass die personenbezogenen Daten direkt von einem Verantwortlichen an einen anderen Verantwortlichen übermittelt werden, soweit dies technisch machbar ist und sofern hiervon nicht die Rechte und Freiheiten anderer Personen beeinträchtigt werden.</p>
 
<p>Zur Geltendmachung des Rechts auf Datenübertragbarkeit kann sich die betroffene Person jederzeit an einen Mitarbeiter der AG Dorfgeschichte Fahrdorf wenden.</p>
 
</li>
<li>
<h4>g)    Recht auf Widerspruch</h4>
<p>Jede von der Verarbeitung personenbezogener Daten betroffene Person hat das vom Europäischen Richtlinien- und Verordnungsgeber gewährte Recht, aus Gründen, die sich aus ihrer besonderen Situation ergeben, jederzeit gegen die Verarbeitung sie betreffender personenbezogener Daten, die aufgrund von Art. 6 Abs. 1 Buchstaben e oder f DS-GVO erfolgt, Widerspruch einzulegen. Dies gilt auch für ein auf diese Bestimmungen gestütztes Profiling.</p>
 
<p>Die AG Dorfgeschichte Fahrdorf verarbeitet die personenbezogenen Daten im Falle des Widerspruchs nicht mehr, es sei denn, wir können zwingende schutzwürdige Gründe für die Verarbeitung nachweisen, die den Interessen, Rechten und Freiheiten der betroffenen Person überwiegen, oder die Verarbeitung dient der Geltendmachung, Ausübung oder Verteidigung von Rechtsansprüchen.</p>
 
<p>Verarbeitet die AG Dorfgeschichte Fahrdorf personenbezogene Daten, um Direktwerbung zu betreiben, so hat die betroffene Person das Recht, jederzeit Widerspruch gegen die Verarbeitung der personenbezogenen Daten zum Zwecke derartiger Werbung einzulegen. Dies gilt auch für das Profiling, soweit es mit solcher Direktwerbung in Verbindung steht. Widerspricht die betroffene Person gegenüber der AG Dorfgeschichte Fahrdorf der Verarbeitung für Zwecke der Direktwerbung, so wird die AG Dorfgeschichte Fahrdorf die personenbezogenen Daten nicht mehr für diese Zwecke verarbeiten.</p>
 
<p>Zudem hat die betroffene Person das Recht, aus Gründen, die sich aus ihrer besonderen Situation ergeben, gegen die sie betreffende Verarbeitung personenbezogener Daten, die bei der AG Dorfgeschichte Fahrdorf zu wissenschaftlichen oder historischen Forschungszwecken oder zu statistischen Zwecken gemäß Art. 89 Abs. 1 DS-GVO erfolgen, Widerspruch einzulegen, es sei denn, eine solche Verarbeitung ist zur Erfüllung einer im öffentlichen Interesse liegenden Aufgabe erforderlich.</p>
 
<p>Zur Ausübung des Rechts auf Widerspruch kann sich die betroffene Person direkt jeden Mitarbeiter der AG Dorfgeschichte Fahrdorf oder einen anderen Mitarbeiter wenden. Der betroffenen Person steht es ferner frei, im Zusammenhang mit der Nutzung von Diensten der Informationsgesellschaft, ungeachtet der Richtlinie 2002/58/EG, ihr Widerspruchsrecht mittels automatisierter Verfahren auszuüben, bei denen technische Spezifikationen verwendet werden.</p>
</li>
<li><h4>h)    Automatisierte Entscheidungen im Einzelfall einschließlich Profiling</h4>
<p>Jede von der Verarbeitung personenbezogener Daten betroffene Person hat das vom Europäischen Richtlinien- und Verordnungsgeber gewährte Recht, nicht einer ausschließlich auf einer automatisierten Verarbeitung — einschließlich Profiling — beruhenden Entscheidung unterworfen zu werden, die ihr gegenüber rechtliche Wirkung entfaltet oder sie in ähnlicher Weise erheblich beeinträchtigt, sofern die Entscheidung (1) nicht für den Abschluss oder die Erfüllung eines Vertrags zwischen der betroffenen Person und dem Verantwortlichen erforderlich ist, oder (2) aufgrund von Rechtsvorschriften der Union oder der Mitgliedstaaten, denen der Verantwortliche unterliegt, zulässig ist und diese Rechtsvorschriften angemessene Maßnahmen zur Wahrung der Rechte und Freiheiten sowie der berechtigten Interessen der betroffenen Person enthalten oder (3) mit ausdrücklicher Einwilligung der betroffenen Person erfolgt.</p>
 
<p>Ist die Entscheidung (1) für den Abschluss oder die Erfüllung eines Vertrags zwischen der betroffenen Person und dem Verantwortlichen erforderlich oder (2) erfolgt sie mit ausdrücklicher Einwilligung der betroffenen Person, trifft die AG Dorfgeschichte Fahrdorf angemessene Maßnahmen, um die Rechte und Freiheiten sowie die berechtigten Interessen der betroffenen Person zu wahren, wozu mindestens das Recht auf Erwirkung des Eingreifens einer Person seitens des Verantwortlichen, auf Darlegung des eigenen Standpunkts und auf Anfechtung der Entscheidung gehört.</p>
 
<p>Möchte die betroffene Person Rechte mit Bezug auf automatisierte Entscheidungen geltend machen, kann sie sich hierzu jederzeit an einen Mitarbeiter des für die Verarbeitung Verantwortlichen wenden.</p>
 
</li>
<li><h4>i)      Recht auf Widerruf einer datenschutzrechtlichen Einwilligung</h4>
<p>Jede von der Verarbeitung personenbezogener Daten betroffene Person hat das vom Europäischen Richtlinien- und Verordnungsgeber gewährte Recht, eine Einwilligung zur Verarbeitung personenbezogener Daten jederzeit zu widerrufen.</p>
 
<p>Möchte die betroffene Person ihr Recht auf Widerruf einer Einwilligung geltend machen, kann sie sich hierzu jederzeit an einen Mitarbeiter des für die Verarbeitung Verantwortlichen wenden.</p>
 
</li>
</ul>
<h4>6. Datenschutzbestimmungen zu Einsatz und Verwendung von Facebook</h4>
<p>Der für die Verarbeitung Verantwortliche hat auf dieser Internetseite Komponenten des Unternehmens Facebook integriert. Facebook ist ein soziales Netzwerk.</p>
 
<p>Ein soziales Netzwerk ist ein im Internet betriebener sozialer Treffpunkt, eine Online-Gemeinschaft, die es den Nutzern in der Regel ermöglicht, untereinander zu kommunizieren und im virtuellen Raum zu interagieren. Ein soziales Netzwerk kann als Plattform zum Austausch von Meinungen und Erfahrungen dienen oder ermöglicht es der Internetgemeinschaft, persönliche oder unternehmensbezogene Informationen bereitzustellen. Facebook ermöglicht den Nutzern des sozialen Netzwerkes unter anderem die Erstellung von privaten Profilen, den Upload von Fotos und eine Vernetzung über Freundschaftsanfragen.</p>
 
<p>Betreibergesellschaft von Facebook ist die Facebook, Inc., 1 Hacker Way, Menlo Park, CA 94025, USA. Für die Verarbeitung personenbezogener Daten Verantwortlicher ist, wenn eine betroffene Person außerhalb der USA oder Kanada lebt, die Facebook Ireland Ltd., 4 Grand Canal Square, Grand Canal Harbour, Dublin 2, Ireland.</p>
 
<p>Durch jeden Aufruf einer der Einzelseiten dieser Internetseite, die durch den für die Verarbeitung Verantwortlichen betrieben wird und auf welcher eine Facebook-Komponente (Facebook-Plug-In) integriert wurde, wird der Internetbrowser auf dem informationstechnologischen System der betroffenen Person automatisch durch die jeweilige Facebook-Komponente veranlasst, eine Darstellung der entsprechenden Facebook-Komponente von Facebook herunterzuladen. Eine Gesamtübersicht über alle Facebook-Plug-Ins kann unter https://developers.facebook.com/docs/plugins/?locale=de_DE abgerufen werden. Im Rahmen dieses technischen Verfahrens erhält Facebook Kenntnis darüber, welche konkrete Unterseite unserer Internetseite durch die betroffene Person besucht wird.</p>
 
<p>Sofern die betroffene Person gleichzeitig bei Facebook eingeloggt ist, erkennt Facebook mit jedem Aufruf unserer Internetseite durch die betroffene Person und während der gesamten Dauer des jeweiligen Aufenthaltes auf unserer Internetseite, welche konkrete Unterseite unserer Internetseite die betroffene Person besucht. Diese Informationen werden durch die Facebook-Komponente gesammelt und durch Facebook dem jeweiligen Facebook-Account der betroffenen Person zugeordnet. Betätigt die betroffene Person einen der auf unserer Internetseite integrierten Facebook-Buttons, beispielsweise den „Gefällt mir“-Button, oder gibt die betroffene Person einen Kommentar ab, ordnet Facebook diese Information dem persönlichen Facebook-Benutzerkonto der betroffenen Person zu und speichert diese personenbezogenen Daten.</p>
 
<p>Facebook erhält über die Facebook-Komponente immer dann eine Information darüber, dass die betroffene Person unsere Internetseite besucht hat, wenn die betroffene Person zum Zeitpunkt des Aufrufs unserer Internetseite gleichzeitig bei Facebook eingeloggt ist; dies findet unabhängig davon statt, ob die betroffene Person die Facebook-Komponente anklickt oder nicht. Ist eine derartige Übermittlung dieser Informationen an Facebook von der betroffenen Person nicht gewollt, kann diese die Übermittlung dadurch verhindern, dass sie sich vor einem Aufruf unserer Internetseite aus ihrem Facebook-Account ausloggt.</p>
 
<p>Die von Facebook veröffentlichte Datenrichtlinie, die unter https://de-de.facebook.com/about/privacy/ abrufbar ist, gibt Aufschluss über die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten durch Facebook. Ferner wird dort erläutert, welche Einstellungsmöglichkeiten Facebook zum Schutz der Privatsphäre der betroffenen Person bietet. Zudem sind unterschiedliche Applikationen erhältlich, die es ermöglichen, eine Datenübermittlung an Facebook zu unterdrücken. Solche Applikationen können durch die betroffene Person genutzt werden, um eine Datenübermittlung an Facebook zu unterdrücken.</p>
 
<h4>7. Datenschutzbestimmungen zu Einsatz und Verwendung von Google Analytics (mit Anonymisierungsfunktion)</h4>
<p>Der für die Verarbeitung Verantwortliche hat auf dieser Internetseite die Komponente Google Analytics (mit Anonymisierungsfunktion) integriert. Google Analytics ist ein Web-Analyse-Dienst. Web-Analyse ist die Erhebung, Sammlung und Auswertung von Daten über das Verhalten von Besuchern von Internetseiten. Ein Web-Analyse-Dienst erfasst unter anderem Daten darüber, von welcher Internetseite eine betroffene Person auf eine Internetseite gekommen ist (sogenannte Referrer), auf welche Unterseiten der Internetseite zugegriffen oder wie oft und für welche Verweildauer eine Unterseite betrachtet wurde. Eine Web-Analyse wird überwiegend zur Optimierung einer Internetseite und zur Kosten-Nutzen-Analyse von Internetwerbung eingesetzt.</p>
 
<p>Betreibergesellschaft der Google-Analytics-Komponente ist die Google Inc., 1600 Amphitheatre Pkwy, Mountain View, CA 94043-1351, USA.</p>
 
<p>Der für die Verarbeitung Verantwortliche verwendet für die Web-Analyse über Google Analytics den Zusatz "_gat._anonymizeIp". Mittels dieses Zusatzes wird die IP-Adresse des Internetanschlusses der betroffenen Person von Google gekürzt und anonymisiert, wenn der Zugriff auf unsere Internetseiten aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder aus einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum erfolgt.</p>
 
<p>Der Zweck der Google-Analytics-Komponente ist die Analyse der Besucherströme auf unserer Internetseite. Google nutzt die gewonnenen Daten und Informationen unter anderem dazu, die Nutzung unserer Internetseite auszuwerten, um für uns Online-Reports, welche die Aktivitäten auf unseren Internetseiten aufzeigen, zusammenzustellen, und um weitere mit der Nutzung unserer Internetseite in Verbindung stehende Dienstleistungen zu erbringen.</p>
 
<p>Google Analytics setzt ein Cookie auf dem informationstechnologischen System der betroffenen Person. Was Cookies sind, wurde oben bereits erläutert. Mit Setzung des Cookies wird Google eine Analyse der Benutzung unserer Internetseite ermöglicht. Durch jeden Aufruf einer der Einzelseiten dieser Internetseite, die durch den für die Verarbeitung Verantwortlichen betrieben wird und auf welcher eine Google-Analytics-Komponente integriert wurde, wird der Internetbrowser auf dem informationstechnologischen System der betroffenen Person automatisch durch die jeweilige Google-Analytics-Komponente veranlasst, Daten zum Zwecke der Online-Analyse an Google zu übermitteln. Im Rahmen dieses technischen Verfahrens erhält Google Kenntnis über personenbezogene Daten, wie der IP-Adresse der betroffenen Person, die Google unter anderem dazu dienen, die Herkunft der Besucher und Klicks nachzuvollziehen und in der Folge Provisionsabrechnungen zu ermöglichen.</p>
 
<p>Mittels des Cookies werden personenbezogene Informationen, beispielsweise die Zugriffszeit, der Ort, von welchem ein Zugriff ausging und die Häufigkeit der Besuche unserer Internetseite durch die betroffene Person, gespeichert. Bei jedem Besuch unserer Internetseiten werden diese personenbezogenen Daten, einschließlich der IP-Adresse des von der betroffenen Person genutzten Internetanschlusses, an Google in den Vereinigten Staaten von Amerika übertragen. Diese personenbezogenen Daten werden durch Google in den Vereinigten Staaten von Amerika gespeichert. Google gibt diese über das technische Verfahren erhobenen personenbezogenen Daten unter Umständen an Dritte weiter.</p>
 
<p>Die betroffene Person kann die Setzung von Cookies durch unsere Internetseite, wie oben bereits dargestellt, jederzeit mittels einer entsprechenden Einstellung des genutzten Internetbrowsers verhindern und damit der Setzung von Cookies dauerhaft widersprechen. Eine solche Einstellung des genutzten Internetbrowsers würde auch verhindern, dass Google ein Cookie auf dem informationstechnologischen System der betroffenen Person setzt. Zudem kann ein von Google Analytics bereits gesetzter Cookie jederzeit über den Internetbrowser oder andere Softwareprogramme gelöscht werden.</p>
 
<p>Ferner besteht für die betroffene Person die Möglichkeit, einer Erfassung der durch Google Analytics erzeugten, auf eine Nutzung dieser Internetseite bezogenen Daten sowie der Verarbeitung dieser Daten durch Google zu widersprechen und eine solche zu verhindern. Hierzu muss die betroffene Person ein Browser-Add-On unter dem Link https://tools.google.com/dlpage/gaoptout herunterladen und installieren. Dieses Browser-Add-On teilt Google Analytics über JavaScript mit, dass keine Daten und Informationen zu den Besuchen von Internetseiten an Google Analytics übermittelt werden dürfen. Die Installation des Browser-Add-Ons wird von Google als Widerspruch gewertet. Wird das informationstechnologische System der betroffenen Person zu einem späteren Zeitpunkt gelöscht, formatiert oder neu installiert, muss durch die betroffene Person eine erneute Installation des Browser-Add-Ons erfolgen, um Google Analytics zu deaktivieren. Sofern das Browser-Add-On durch die betroffene Person oder einer anderen Person, die ihrem Machtbereich zuzurechnen ist, deinstalliert oder deaktiviert wird, besteht die Möglichkeit der Neuinstallation oder der erneuten Aktivierung des Browser-Add-Ons.</p>
 
<p>Weitere Informationen und die geltenden Datenschutzbestimmungen von Google können unter https://www.google.de/intl/de/policies/privacy/ und unter http://www.google.com/analytics/terms/de.html abgerufen werden. Google Analytics wird unter diesem Link https://www.google.com/intl/de_de/analytics/ genauer erläutert.</p>
 
<h4>8. Datenschutzbestimmungen zu Einsatz und Verwendung von Google+</h4>
<p>Der für die Verarbeitung Verantwortliche hat auf dieser Internetseite als Komponente die Google+ Schaltfläche integriert. Google+ ist ein sogenanntes soziales Netzwerk. Ein soziales Netzwerk ist ein im Internet betriebener sozialer Treffpunkt, eine Online-Gemeinschaft, die es den Nutzern in der Regel ermöglicht, untereinander zu kommunizieren und im virtuellen Raum zu interagieren. Ein soziales Netzwerk kann als Plattform zum Austausch von Meinungen und Erfahrungen dienen oder ermöglicht es der Internetgemeinschaft, persönliche oder unternehmensbezogene Informationen bereitzustellen. Google+ ermöglicht den Nutzern des sozialen Netzwerkes unter anderem die Erstellung von privaten Profilen, den Upload von Fotos und eine Vernetzung über Freundschaftsanfragen.</p>
 
<p>Betreibergesellschaft von Google+ ist die Google Inc., 1600 Amphitheatre Pkwy, Mountain View, CA 94043-1351, USA.</p>
 
<p>Durch jeden Aufruf einer der Einzelseiten dieser Internetseite, die durch den für die Verarbeitung Verantwortlichen betrieben wird und auf welcher eine Google+ Schaltfläche integriert wurde, wird der Internetbrowser auf dem informationstechnologischen System der betroffenen Person automatisch durch die jeweilige Google+ Schaltfläche veranlasst, eine Darstellung der entsprechenden Google+ Schaltfläche von Google herunterzuladen. Im Rahmen dieses technischen Verfahrens erhält Google Kenntnis darüber, welche konkrete Unterseite unserer Internetseite durch die betroffene Person besucht wird. Genauere Informationen zu Google+ sind unter https://developers.google.com/+/ abrufbar.</p>
 
<p>Sofern die betroffene Person gleichzeitig bei Google+ eingeloggt ist, erkennt Google mit jedem Aufruf unserer Internetseite durch die betroffene Person und während der gesamten Dauer des jeweiligen Aufenthaltes auf unserer Internetseite, welche konkrete Unterseite unserer Internetseite die betroffene Person besucht. Diese Informationen werden durch die Google+ Schaltfläche gesammelt und durch Google dem jeweiligen Google+-Account der betroffenen Person zugeordnet.</p>
 
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<p>Google erhält über die Google+-Schaltfläche immer dann eine Information darüber, dass die betroffene Person unsere Internetseite besucht hat, wenn die betroffene Person zum Zeitpunkt des Aufrufs unserer Internetseite gleichzeitig bei Google+ eingeloggt ist; dies findet unabhängig davon statt, ob die betroffene Person die Google+-Schaltfläche anklickt oder nicht.</p>
 
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<p>Weitere Informationen und die geltenden Datenschutzbestimmungen von Google können unter https://www.google.de/intl/de/policies/privacy/ abgerufen werden. Weitere Hinweise von Google zur Google+1-Schaltfläche können unter https://developers.google.com/+/web/buttons-policy abgerufen werden.</p>
 
<h4>9. Datenschutzbestimmungen zu Einsatz und Verwendung von Twitter</h4>
<p>Der für die Verarbeitung Verantwortliche hat auf dieser Internetseite Komponenten von Twitter integriert. Twitter ist ein multilingualer öffentlich zugänglicher Mikroblogging-Dienst, auf welchem die Nutzer sogenannte Tweets, also Kurznachrichten, die auf 280 Zeichen begrenzt sind, veröffentlichen und verbreiten können. Diese Kurznachrichten sind für jedermann, also auch für nicht bei Twitter angemeldete Personen abrufbar. Die Tweets werden aber auch den sogenannten Followern des jeweiligen Nutzers angezeigt. Follower sind andere Twitter-Nutzer, die den Tweets eines Nutzers folgen. Ferner ermöglicht Twitter über Hashtags, Verlinkungen oder Retweets die Ansprache eines breiten Publikums.</p>
 
<p>Betreibergesellschaft von Twitter ist die Twitter, Inc., 1355 Market Street, Suite 900, San Francisco, CA 94103, USA.</p>
 
<p>Durch jeden Aufruf einer der Einzelseiten dieser Internetseite, die durch den für die Verarbeitung Verantwortlichen betrieben wird und auf welcher eine Twitter-Komponente (Twitter-Button) integriert wurde, wird der Internetbrowser auf dem informationstechnologischen System der betroffenen Person automatisch durch die jeweilige Twitter-Komponente veranlasst, eine Darstellung der entsprechenden Twitter-Komponente von Twitter herunterzuladen. Weitere Informationen zu den Twitter-Buttons sind unter https://about.twitter.com/de/resources/buttons abrufbar. Im Rahmen dieses technischen Verfahrens erhält Twitter Kenntnis darüber, welche konkrete Unterseite unserer Internetseite durch die betroffene Person besucht wird. Zweck der Integration der Twitter-Komponente ist es, unseren Nutzern eine Weiterverbreitung der Inhalte diese Internetseite zu ermöglichen, diese Internetseite in der digitalen Welt bekannt zu machen und unsere Besucherzahlen zu erhöhen.</p>
 
<p>Sofern die betroffene Person gleichzeitig bei Twitter eingeloggt ist, erkennt Twitter mit jedem Aufruf unserer Internetseite durch die betroffene Person und während der gesamten Dauer des jeweiligen Aufenthaltes auf unserer Internetseite, welche konkrete Unterseite unserer Internetseite die betroffene Person besucht. Diese Informationen werden durch die Twitter-Komponente gesammelt und durch Twitter dem jeweiligen Twitter-Account der betroffenen Person zugeordnet. Betätigt die betroffene Person einen der auf unserer Internetseite integrierten Twitter-Buttons, werden die damit übertragenen Daten und Informationen dem persönlichen Twitter-Benutzerkonto der betroffenen Person zugeordnet und von Twitter gespeichert und verarbeitet.</p>
 
<p>Twitter erhält über die Twitter-Komponente immer dann eine Information darüber, dass die betroffene Person unsere Internetseite besucht hat, wenn die betroffene Person zum Zeitpunkt des Aufrufs unserer Internetseite gleichzeitig bei Twitter eingeloggt ist; dies findet unabhängig davon statt, ob die betroffene Person die Twitter-Komponente anklickt oder nicht. Ist eine derartige Übermittlung dieser Informationen an Twitter von der betroffenen Person nicht gewollt, kann diese die Übermittlung dadurch verhindern, dass sie sich vor einem Aufruf unserer Internetseite aus ihrem Twitter-Account ausloggt.</p>
 
<p>Die geltenden Datenschutzbestimmungen von Twitter sind unter https://twitter.com/privacy?lang=de abrufbar.</p>
 
<h4>10. Rechtsgrundlage der Verarbeitung</h4>
<p>Art. 6 I lit. a DS-GVO dient unserem Unternehmen als Rechtsgrundlage für Verarbeitungsvorgänge, bei denen wir eine Einwilligung für einen bestimmten Verarbeitungszweck einholen. Ist die Verarbeitung personenbezogener Daten zur Erfüllung eines Vertrags, dessen Vertragspartei die betroffene Person ist, erforderlich, wie dies beispielsweise bei Verarbeitungsvorgängen der Fall ist, die für eine Lieferung von Waren oder die Erbringung einer sonstigen Leistung oder Gegenleistung notwendig sind, so beruht die Verarbeitung auf Art. 6 I lit. b DS-GVO. Gleiches gilt für solche Verarbeitungsvorgänge die zur Durchführung vorvertraglicher Maßnahmen erforderlich sind, etwa in Fällen von Anfragen zur unseren Produkten oder Leistungen. Unterliegt unser Unternehmen einer rechtlichen Verpflichtung durch welche eine Verarbeitung von personenbezogenen Daten erforderlich wird, wie beispielsweise zur Erfüllung steuerlicher Pflichten, so basiert die Verarbeitung auf Art. 6 I lit. c DS-GVO. In seltenen Fällen könnte die Verarbeitung von personenbezogenen Daten erforderlich werden, um lebenswichtige Interessen der betroffenen Person oder einer anderen natürlichen Person zu schützen. Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn ein Besucher in unserem Betrieb verletzt werden würde und daraufhin sein Name, sein Alter, seine Krankenkassendaten oder sonstige lebenswichtige Informationen an einen Arzt, ein Krankenhaus oder sonstige Dritte weitergegeben werden müssten. Dann würde die Verarbeitung auf Art. 6 I lit. d DS-GVO beruhen.
Letztlich könnten Verarbeitungsvorgänge auf Art. 6 I lit. f DS-GVO beruhen. Auf dieser Rechtsgrundlage basieren Verarbeitungsvorgänge, die von keiner der vorgenannten Rechtsgrundlagen erfasst werden, wenn die Verarbeitung zur Wahrung eines berechtigten Interesses unseres Unternehmens oder eines Dritten erforderlich ist, sofern die Interessen, Grundrechte und Grundfreiheiten des Betroffenen nicht überwiegen. Solche Verarbeitungsvorgänge sind uns insbesondere deshalb gestattet, weil sie durch den Europäischen Gesetzgeber besonders erwähnt wurden. Er vertrat insoweit die Auffassung, dass ein berechtigtes Interesse anzunehmen sein könnte, wenn die betroffene Person ein Kunde des Verantwortlichen ist (Erwägungsgrund 47 Satz 2 DS-GVO).
</p>
 
<h4>11. Berechtigte Interessen an der Verarbeitung, die von dem Verantwortlichen oder einem Dritten verfolgt werden</h4>
<p>Basiert die Verarbeitung personenbezogener Daten auf Artikel 6 I lit. f DS-GVO ist unser berechtigtes Interesse die Durchführung unserer Geschäftstätigkeit zugunsten des Wohlergehens all unserer Mitarbeiter und unserer Anteilseigner.</p>
 
<h4>12. Dauer, für die die personenbezogenen Daten gespeichert werden</h4>
<p>Das Kriterium für die Dauer der Speicherung von personenbezogenen Daten ist die jeweilige gesetzliche Aufbewahrungsfrist. Nach Ablauf der Frist werden die entsprechenden Daten routinemäßig gelöscht, sofern sie nicht mehr zur Vertragserfüllung oder Vertragsanbahnung erforderlich sind.</p>
 
<h4>13. Gesetzliche oder vertragliche Vorschriften zur Bereitstellung der personenbezogenen Daten; Erforderlichkeit für den Vertragsabschluss; Verpflichtung der betroffenen Person, die personenbezogenen Daten bereitzustellen; mögliche Folgen der Nichtbereitstellung</h4>
<p>Wir klären Sie darüber auf, dass die Bereitstellung personenbezogener Daten zum Teil gesetzlich vorgeschrieben ist (z.B. Steuervorschriften) oder sich auch aus vertraglichen Regelungen (z.B. Angaben zum Vertragspartner) ergeben kann.
Mitunter kann es zu einem Vertragsschluss erforderlich sein, dass eine betroffene Person uns personenbezogene Daten zur Verfügung stellt, die in der Folge durch uns verarbeitet werden müssen. Die betroffene Person ist beispielsweise verpflichtet uns personenbezogene Daten bereitzustellen, wenn unser Unternehmen mit ihr einen Vertrag abschließt. Eine Nichtbereitstellung der personenbezogenen Daten hätte zur Folge, dass der Vertrag mit dem Betroffenen nicht geschlossen werden könnte.
Vor einer Bereitstellung personenbezogener Daten durch den Betroffenen muss sich der Betroffene an einen unserer Mitarbeiter wenden. Unser Mitarbeiter klärt den Betroffenen einzelfallbezogen darüber auf, ob die Bereitstellung der personenbezogenen Daten gesetzlich oder vertraglich vorgeschrieben oder für den Vertragsabschluss erforderlich ist, ob eine Verpflichtung besteht, die personenbezogenen Daten bereitzustellen, und welche Folgen die Nichtbereitstellung der personenbezogenen Daten hätte.
</p>
 
<h4>14. Bestehen einer automatisierten Entscheidungsfindung</h4>
<p>Als verantwortungsbewusstes Unternehmen verzichten wir auf eine automatische Entscheidungsfindung oder ein Profiling.</p>
 
<p>Diese Datenschutzerklärung wurde durch den Datenschutzerklärungs-Generator der DGD Deutsche Gesellschaft für Datenschutz GmbH, die als <a href="https://dg-datenschutz.de/datenschutz-dienstleistungen/externer-datenschutzbeauftragter/">Datenschutzbeauftragter</a> tätig ist, in Kooperation mit den <b><a href="https://www.wbs-law.de/it-recht/datenschutzrecht/">Datenschutz Anwälten der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE | Rechtsanwälte</a></b> erstellt.
</p>
 

Geschichtliche Entwicklung Teil I  (Wilhelm Wessling)

Quelle: Fahrdorfer Chronik von 1994, (S. 9-39) 

 


2.1 Entstehung und Struktur der Landschaft
Erdgeschichtlich betrachtet ist die Landschaft Schleswig-Holsteins jung. Prägend für die heutige Landschaftsgliederung waren die drei letzten Eiszeiten der vergangenen 600 000 Jahre. Von Skandinavien ausgehend, überzogen gewaltige Gletscher dreimal ganz Nordwesteuropa. Dabei führten die Eismassen auf ihrem Jahrtausende währenden Weg riesige, aus dem Untergrund gelöste Mengen an Gestein, Kies und Sand (Geschiebe) mit sich. Beim Abschmelzen des Eises in den Warmzeiten lagerten sie sich als Moränen ab. Eismassen bildeten auch die Schlei als Schmelzwasserrinne aus. Die Gletscher der letzten Eiszeit waren in unserer Gegend schätzungsweise 800 m dick. Sie drangen nur noch bis zur Linie Flensburg - Rendsburg - Ahrensburg (Mittelrücken) vor und hinterließen hier ihre Spuren. Der Schleigletscher stieß als eine der großen Eiszungen nach Westen vor und formte die innere Schlei sowie das Haddebyer und Selker Noor aus. Als das Eis schmolz, gaben zurückgebliebene Schutt- und Geröllmassen unterschiedlicher Art dem Fahrdorfer Gebiet den Charakter einer typischen Endmoränenlandschaft. Hier stößt man auf die als Findlinge bekannten gerundeten Steinbrocken, denen in alter Zeit große Bedeutung als Baumaterial zukam. Der abgelagerte Flintstein bildete das Material, aus dem später Pfeilspitzen, Äxte und andere Steinwerkzeuge hergestellt wurden.
Im Boden zunächst verbliebene und mit Sand und Schutt bedeckte Eisblöcke (Toteis) ließen hier nach ihrem Abschmelzen Senken zurück, in denen sich das Wasser aufstaute. In diesen Senken bildeten sich Moore wie das Esprehmer Moor, das später den auch für Fahrdorf wichtigen Brennstoff Torf lieferte. Zunächst bedeckte eine baumlose Tundra das Land. Sie bildete die Nahrungsgrundlage für große Rentierherden. Von ihnen lebten wiederum die nachziehenden Rentierjäger. Nach und nach entstand ein urwaldähnlicher Eichenmischwald,der auch die Fahrdorfer Gemarkung bis etwa 3000 v. Chr. weitgehend bedeckt haben dürfte. Jäger und Sammler fanden nun hier ihre Lebensgrundlage.

 

 


2.2 Vor- und Frühgeschichte

Aus der Altsteinzeit und Mittleren Steinzeit, die den Zeitraum von 150000 bis 3500 v. Chr. umfassen, sind in Fahrdorf keine Funde bekannt. Zahlreiche Grabhügel der sich anschließenden Jungsteinzeit und Bronzezeit, aber auch vielfältige Werkzeug- und Waffenfunde aus Flintstein zeugen von erster Besiedlung vor etwa 5000 Jahren. Aus Splitterfunden des Fahrdorfer Grundstücks Fährheit 4 schließen Archäologen, dass sich hier möglicherweise ein Flintstein-Bearbeitungsplatz, sozusagen eine jungsteinzeitliche Schmiede befunden hat. Wie in anderen Landesteilen dürfte in unserer Gegend mit dem für die Jungsteinzeit typischen Flintbeil und Feuer die Rodung des Waldes begonnen haben. Aus Jägern und Sammlern wurden die ersten sesshaften Fahrdorfer Bauern, die von Ackerbau und Viehzucht lebten. Sie hatten ihre Siedlungen nicht unmittelbar am Wasser der Schlei, sondern überwiegend auf den leichter nutzbaren Flächen südlich der Bundesstraße 76 in Fahrdorffeld.
Unsere Neugierde nach dem Aussehen der damaligen Menschen können wir kaum befriedigen. Wir wissen hingegen, dass ihre Lebenserwartung zwischen 20 und 22 Jahren lag. Ihre Toten bestatteten sie möglichst auf Erhebungen in bis zu 50 m im Durchmesser erreichenden Grabhügeln. Diese Groß- oder Megalithgräber dienten als Familiengräber. Für das Leben im Jenseits legte man Proviant und entsprechend der gesellschaftlichen Stellung der Verstorbenen Waffen und Schmuck bei. Die Wohnstätten der Menschen lagen ganz in der Nähe, um mit den Toten in Verbindung zu bleiben. Über 80 Fundstellen aus vorgeschichtlicher Zeit auf Fahrdorfer Gemeindegebiet belegen eine ausgeprägte Besiedlung, die etwa 3500 v. Chr. begann.
Nach und nach verwandelten die Menschen die urwaldähnliche Naturlandschaft in eine Kulturlandschaft. Der Anbau der ersten Kulturpflanzen wie Nacktgerste sowie der Weizenarten Einkorn und Emmer begann. Mehr als 90% der in Speiseabfällen gefundenen Knochen stammen von Haustieren, darunter Schwein und Rind, und lassen Aussagen über die Tierhaltung zu. Auch in der nachfolgenden Bronzezeit ab 1600 v. Chr. änderte sich an dieser wirtschaftlichen Grundlage nichts. Allerdings kamen gebrauchstüchtigere Gerätschaften und Waffen aus Metall hinzu. Rein äußerlich unterschieden sich die Begräbnisstätten der Steinzeit häufig nicht von denen der Bronzezeit. Die Bestattungsformen änderten sich allerdings. Der steinzeitliehen Beisetzung in Grabkammern aus Findlingen folgte die bronzezeitliche Bestattung in Baum- oder Bohlensärgen. Noch während der Bronzezeit setzte sich ab 1100 v. Chr. zunehmend die Leichenverbrennung und Bestattung in Urnen (Brandbestattung) durch. Von den vormals 38 urgeschichtlichen Fahrdorfer Grabhügeln ist nur noch ein kleiner Teil erhalten. Zur Gewinnung von Baumaterial wurden alle bekannten Grabkammern der Großsteingräber ausgebrochen. Der Schleswiger Lehrer Osewald, dem wir umfassende Aufzeichnungen aus dem Jahre 1942 verdanken, überliefert Berichte, wonach die Steine von vier Gräbern beim Bau des Haddebyer Damms Anfang des 19. Jahrhunderts Verwendung fanden. An anderer Stelle schreibt er, dass bei "Aufräumungsarbeiten" ein Pferd durch die Decke in eine Grabkammer stürzte. Ungesicherten Aussagen zufolge sollen nach dem Zweiten Weltkrieg zwei vorzeitliche Gräber als "Bauschutt" zur Geländeaufschüttung einer Fahrdorfer Tankstelle gedient haben. Heute beschleunigt das Überpflügen mit modernen Maschinen den Einebnungsprozess von Grabhügeln sehr stark. Ein überpflügtes Grab wird jährlich etwa 2 cm niedriger. Ein Teil der noch vorhandenen Grabhügel steht heute unter Denkmalschutz, so der markante Dreehü. Funde aus Grabanlagen Fahrdorfs sind in verschiedenen Museen zu bestaunen. Bereits 1835 schickte der Kapitän Reinhardt bronzezeitliche Funde aus der Nähe des Ortsteiles Loopstedt an das dänische Nationalmuseum.
Im Jahre 1962 wurde im Zuge einer Feldwegbegradigung unter Aufsicht von Wissenschaftlern des Landesamtes für Denkmalschutz ein bronzezeitlicher Grabhügel in Fahrdorffeld ausgewertet. Der u.a. hierbei gefundene spiralförmige Goldfingerring - eine typische männliche Grabbeigabe - sowie zahlreiche Werkzeuge und Waffen aus Flintstein anderer Fahrdorfer Fundstellen befinden sich im Landesmuseum auf Schloß Gottorf in Schleswig.
Nachdem die Kunst der Eisenverarbeitung in den europäischen Norden vorgedrungen war, erfolgten etwa ab 500 n. Chr. die Gewinnung und Verarbeitung einheimischen Sumpf- und Raseneisenerzes. Damit begann hier die Eisenzeit. In der Nähe der Lagerstätten der Geest, aber auch in anderen Fundorten wurde das Eisen in Brennöfen verhüttet und das gewonnene Roheisen zur Weiterverwendung als Schmiedeeisen im ganzen Land benutzt. Auch im Bereich Fahrdorf befinden sich Fundstellen der Eisenverarbeitung. Vergleichsweise sind sie aber spärlich und lassen auf eine dünnere Besiedlung als in der vorangegangenen Bronzezeit schließen.
Zu der Zeit lebten hier Germanen, wie sie der römische Schriftsteller Tacitus beschrieben hat. Eine Vorstellung können wir uns von diesen Menschen bilden, wenn wir im Schloß Gottorf die Moorleichenfunde u.a. aus Windeby bei Eckernförde betrachten. Eines ihrer Stammesheiligtümer mit interessanten Funden lag im Thorsberger Moor bei Süderbrarup in Angeln. 

Um 400 n. Chr. setzte die Völkerwanderung ein. In ihrem Gefolge wanderte die hiesige Bevölkerung, die germanischen Stämme der Angeln und Sachsen, aus. Das Land wurde zunehmend menschenleerer. Um 600 n. Chr. erreichten aus dem Norden kommend "nachrückende" dänische Einwanderer die Schlei.


2.3 Die Wikinger in Haithabu und Fahrdorf

Ins volle Licht der Geschichte tritt unsere Gegend zur Zeit Karls des Großen (768-814). Sein Biograph Einhard schreibt in seinen Annalen: Im Jahre 804 sei der Dänenkönig Göttrik mit seiner Flotte und seiner gesamten Reiterei an einen Ort namens Sliesthorp im Grenzgebiet seines Reiches und Sachsens gekommen; vier Jahre später habe er den Handelsplatz Reric in Mecklenburg zerstört und die Kaufleute von dort nach Sliesthorp umgesiedelt. Ferner habe er beschlossen, die Grenze seines Reiches gegen die Sachsen durch einen Wall zu sichern.
Dieser Grenzwall, das nach den Dänen benannte Danewerk, entstand als Sperriegel an der Landenge zwischen Hollingstedt in der Eider- und Treeneniederung im Westen und Schleswig an der Schlei im Osten. Hier ließen sich alle Bewegungen auf der uralten Nord-Süd-Verbindung, dem "Heerweg", hervorragend kontrollieren. Diese Grenzlinie zwischen dem Fränkischen Reich und dem Dänemark des Mittelalters ist in den folgenden Jahrhunderten häufig umkämpft worden. Runensteine,
zu Ehren gefallener Krieger gesetzt, geben hiervon Zeugnis. Bis zum letzten deutsch-dänischen Krieg im Jahre 1864 behielt die "Chinesische Mauer des Nordens" ihre militärische Bedeutung und selbst im Zweiten Weltkrieg wurde sie teilweise zur Panzersperre ausgebaut. Bestimmend im Schleswiger Land wurde seit Beginn des 9. Jahrhunderts das aufblühende Sliesthorp. So nannten es jedenfalls die Deutschen. Haithabu oder Hedeby (Heideort) hieß es im Gegensatz dazu bei den Dänen. Die wirtschaftliche Lebensader, der Hafen mit seinen Palisaden, Schiffsstegen und Landungsbrücken lag auf heutigem Fahrdorfer Gebiet, da die Gemeindegrenze am westlichen Ufer des zu Fahrdorf gehörenden Haddebyer Noores verläuft.
Nach langjähriger Vorbereitung erfolgten den Jahren 1979-80 die Bergung eines Wikingerschiffes und eine Hafenuntersuchung. Im Wikingermuseum Haithabu werden die schwierigen Bergungs- und Untersuchungsarbeiten sowie Funde von internationaler Bedeutung in eindrucksvoller Weise präsentiert. Ein Teil unserer Geschichte ist damit seit 1985 in diesem Museum nachvollziehbar. Die Voraussetzungen für die Entstehung der Siedlung lagen in der intensiven Beziehung Nordeuropas zum Reich Karls des Großen. Exzellente Standortbedingungen, günstige politische Umstände und ein starker Aufschwung von Handel, Handwerk und Verkehr ließen Haithabu zum zentralen Fernhandelsplatz im Warenverkehr zwischen West-, Nord- und Osteuropa aufsteigen.
Während des überwiegenden Teils seiner Geschichte gehörte Haithabu zum dänischen Herrschaftsgebiet. Nur von 934-983 bestand faktisch eine deutsche Oberherrschaft über die Stadt. Durch eine nahezu hundertjährige, internationale Forschungstätigkeit liegen fundierte Kenntnisse über diese älteste frühmittelalterliche Hafenstadt im Norden Europas vor. Zur Blütezeit besaß Haithabu rund 1000 Einwohner und galt damit bei den Zeitgenossen als große Stadt, in der mehrere Sprachen gesprochen wurden. Die Einwohnerschaft, Dänen, Friesen, Sachsen, Slawen, kann man für die damalige Zeit als international, die Hafenanlagen als modern bezeichnen.
Aufgrund seiner Bedeutung war Haithabu Reiseziel für Menschen aus fernen Ländern. Über seinen Besuch in Haithabu im Jahre 965 schreibt der arabische Kaufmann und Diplomat Al-Tartuchi aus Tortosa in Spanien: "Schleswig ist eine sehr große Stadt am äußersten Ende des Weltmeeres ... Ihre Bewohner sind Siriusanbeter, außer einer kleinen Anzahl, welche Christen sind, die dort eine Kirche besitzen ... Nie hörte ich einen häßlicheren Gesang als den der Schleswiger, und das ist ein Gebrumm, das aus ihren Kehlen herauskommt, gleich nach dem Gebell der Hunde, nur noch viehischer als dies. " Über das Scheidungsrecht
schreibt er: "Das Weib scheidet sich selbst, wann es will."
In dieser dem Araber seltsam anmutenden Handelsstadt setzte im Jahr 811 eine rege Bautätigkeit ein. Um die Mitte des 10. Jahrhunderts umgab man das 24 ha große Siedlungsgelände mit einem noch heute gut sichtbaren halbkreisförmigen Wall. Mittels eines Verbindungswalls erfolgte eine Einbeziehung in das Danewerk. Der Hafen wurde durch Palisaden gesichert. Abgesehen vom Hafen liegen konkrete Aussagen über die Ausstrahlung Haithabus auf die Fahrdorfer Gemarkung nicht vor. Die Stadt dürfte aber auch für die nähere Umgebung ein wichtiger Marktplatz gewesen sein. Es ist auch schwer vorstellbar, dass das der Hafenstadt gegenüberliegende Loopstedter Ufer ungenutzt blieb. So könnte an der "Einfahrt" von der Schlei in das Haddebyer Noor zumindest ein Wachtturm gestanden haben. Vielleicht hält die Zukunft für uns noch einige Überraschungen bereit, wie die kürzliche Entdeckung von Sperranlagen in der Schlei bei der Stexwiger Enge. Auch die Entdeckung von Siedlungsresten ist vorstellbar. Sollen doch im 18. Jahrhundert auf dem Gelände oberhalb des Noor-Wanderweges Reste einer burgähnlichen Wallanlage zu sehen gewesen sein.
Das Haddebyer Noor war damals noch ein frei zugänglicher Wasserarm der Schlei, die West-Ost-Landverbindung umging das Haddebyer und Selker Noor im Süden. Eine Abkürzung kann jedoch auch über Fahrdorfer Gebiet verlaufen sein, da aufgrund des etwa 1 m niedrigeren Noorwasserspiegels eine Durchquerung der Furt zwischen dem Haddebyer und Selker Noor möglich war. Dafür sprechen auch die Hohlwege, die am östlichen Noorufer zum Land hinaufführen.


Die Anfänge der Christianisierung Nordeuropas

Außer für den Fernhandel spielte Haithabu auch eine bedeutende Rolle für die Christianisierung Nordeuropas. Um 850 erhielt Ansgar, der "Apostel des Nordens", die Erlaubnis, in Haithabu eine Kirche zu bauen und christliche Gottesdienste abzuhalten. Durch den Gebrauch einer Glocke fühlten sich die heidnischen Bewohner der Stadt allerdings provoziert. Das Läuten wurde daher vorübergehend untersagt. Für die Heiden standen die drei Gottheiten Odin, Thor und Freya an der Spitze des Götterhimmels. Thor erschien als eine Gottheit so recht nach ihrem Idealbild: als treuherziger Menschenfreund, der auch das Kampfgetöse liebte und mit vernichtender Kraft seinen Hammer schwang. Christliche Nächstenliebe hatte es da schwer, sich als neue Grundeinstellung durchzusetzen. Johannes von Schröder mag daher recht haben, dass das 30 Pfund schwere Stück einer Glocke, welches 1710 im Moor bei Loopstedt gefunden wurde, von den Heiden seinerzeit dort versenkt worden ist. Nach großen Missionierungsrückschlägen erfolgte 948 gleichzeitig die Gründung von Bistümern in Haithabu, Ribe und Aarhus. Um 965 ließ sich der dänische König Harald Blauzahn taufen. Damit gehörte Dänemark formal zum christlichen Abendland. Aus dieser zweiten Missionierungsperiode um 950 stammt eine Kirchenglocke, die 1978 im Hafenbereich Haithabus geborgen wurde. Sie ist die älteste, vollständig erhaltene Läuteglocke Nordeuropas und damit eines der wertvollsten Fundstücke Haithabus. Möglicherweise in Haithabu gegossen, ist sie geradezu ein Symbol für die Christianisierung Skandinaviens, die
von Haithabu im 9. Jahrhundert ihren Ausgang nahm. Untergang und Wiederentdeckung Haithabus 1050 brandschatzten norwegische Wikinger unter ihrem König Harald dem Harten die Stadt. In einer altnordischen Skaldenstrophe, zu finden im Wikingermuseum Haithabu, liest sich diese Tat so:

"Von einem End zum anderen

Ausbrannt Hed' by grause

Wut des Streites, stattlich
Schein die Großtat, mein ich.
Arg Svend sollt sich ärgern.
Ich faßt vor dem Zwielicht
Fuß schon auf der Feste;
Flamm, hoch, vom Dache lohte."

1066 vernichtete ein Wendenheer den Ort endgültig und Haithabu versank im Dunkel der Geschichte. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann seine archäologische Wiederentdeckung. Nach den großen Ausgrabungen der Siedlung in den dreißiger und sechzig er Jahren erbrachten die bereits erwähnten Untersuchungen im Hafenbereich von 1979 und 1980 außerordentlich bedeutende Forschungsergebnisse. Von großem Vorteil war, dass Siedlung und Hafen über nahezu 900 Jahre praktisch unberührt lagen. Heute ist der ehemalige Hafen der besterforschte Deutschlands.


2.4 Fahrdorf und das Schleswiger St. Johanniskloster

Die Geschichte Fahrdorfs ist untrennbar mit dem Schleswiger St. Johanniskloster verbunden. Die Suche nach den ersten schriftlichen Spuren Fahrdorfs führt uns daher in dessen Archiv, das jetzt im Schleswig-Holsteinischen Landesarchiv aufbewahrt wird. Hier befinden sich die umfangreichsten Quellen über unsere Gemeinde bis ins späte 19. Jahrhundert hinein. Nach dem Niedergang Haithabus stieg im 12. Jahrhundert das heutige Schleswig zu einem Herrschafts- und Handelszentrum auf. Es verlor zwar im 13. Jahrhundert seine Fernhandelsfunktion an Lübeck, wurde jedoch Mittelpunkt eines erstarkenden Herzogtums und Bischofssitz, also religiöses Zentrum. Hier befand sich auch das Michaeliskloster der Benediktiner. Als Doppelkloster für Mönche und Nonnen angelegt, geriet es Ende des zwölften Jahrhunderts in sittlichen Verfall, so dass es der Bischof um 1190 aufhob. Den zehn Nonnen wies er wahrscheinlich 1194 eine neue Heimstätte auf dem Holm (Insel) vor Schleswig zu. Sie vollendeten dort zuerst die bestehende Kirche und weihten sie Johannis dem Täufer.
Die wirtschaftliche Grundlage des Klosters war zu Beginn schwach. So mussten nach einem großen Brand im Jahre 1299 mehrere Bischöfe bewogen werden, zur Geldbeschaffung Ablassverkündigungen zu erteilen. 1329 galt es, dafür "Sorge zu tragen, daß die Nonnen dem öffentlichen Anblick entzogen würden; und nach Entfernung aller Gelegenheit zur Zuchtlosigkeit desto eifriger ihre Herzen und Körper in aller Heiligkeit bewahren könnten".
Erst ab der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts besserte sich die finanzielle Situation, da das Kloster durch Stiftungen und Spenden aus dem Adel und dem Bürgertum nach und nach zu ansehnlichem Landbesitz kam. Zu diesem Landbesitz gehörte auch das Fahrdorfer und Loopstedter Gebiet, das heute die Gemeinde Fahrdorf umfasst.


Erste urkundliche Erwähnung

Wann genau die Fahrdorfer und Loopstedter Gemarkungenin den Besitz des Klosters gelangten, ist unbekannt. Es ist aber anzunehmen, dass dies vor der Reformation erfolgte. Die erste urkundliche Erwähnung Loopstedts findet sich als Lopstede in einem Rechnungsbuch des Klosters von 1518. (6) Fahrdorf wird erstmals 1575 als Vardorp urkundlich erwähnt.(?) Lopstede ist niederdeutsch und bedeutet "Stätte an einem Wasserlauf"; Vardorp "Dorf an der Überfahrtstelle." Letzteres lässt die Einrichtung einer Fährverbindung als Ursache der Entstehung vermuten.Im Rechnungsbuch von 1575 sind zehn Fahrdorfer und fünf Loopstedter namentlich aufgeführt, die dem Kloster jährlich fünf Reitscheffel  Raummaß) Roggen abzuliefern hatten. Als Namen sind angegeben:

Fahrdorf:   Clawes Mumm

Clawes Reimer

Matthies Reimer

Laurens Reimer

Tomas Lucht

Tymlang Evers

Hans Ram         

Hans Schroder

Loopstedt: Marquardt Banneke

Johann Banneke

Jürgen Lucht

Jürgen Mumm

Hans Sarow

Einige der Namen kommen bis heute im Ort vor. August Sach stellt in einer ethnologischen Untersuchung fest, dass es 1712 in Fahrdorf zehn sächsische und einen jütischen Familiennamen gab, in Loopstedt nur fünf sächsische. Daraus kann geschlossen werden, dass die Fahrdorfer Bevölkerung im Mittelalter aus dem deutschsprachigen Raum vom Süden her eingewandert ist.Im 16. Jahrhundert stand das Kloster in voller Blüte. Sein Grundbesitz bildete südlich der Schlei (Fahrdorf eingeschlossen) den sogenannten Heide- und überschleiischen Distrikt sowie nördlich der Schlei den sogenannten Angler-Distrikt. Die auf dem Grundbesitz lebenden Menschen, also auch die Fahrdorferund Loopstedter waren Untertanen des Klosters, aber nicht Leibeigene. Die gute wirtschaftliche Situation des Klosters war nicht gleichzusetzen mit einer entsprechenden Lage der Bauern. Das mag daran deutlich werden, dass einerseits das Kloster als Kreditgeber auftrat, andererseits die Kreditnehmer eine lange Zeit benötigten, um Darlehen zurückzuzahlen. So lieh 1585 die Priörin des Klosters den Pachtbauern Claus und Mathias Reimer aus Loopstedt 40 Mark lübsch. Das Geld wurde erst nach 36 Jahren von Claus Reimer jun. zurückgezahlt.

Klösterliche Verwaltung und Gerichtsbarkeit

Neben den Harden und adeligen Güterdistrikten nahmen die Klöster des Landes hinsichtlich Verwaltung, Gerichtsbarkeit und weiterer Privilegien eine Sonderstellung ein. Diese behielten sie im wesentlichen bis in das späte 19. Jahrhundert. Beim St. Johanniskloster änderte sich daran auch nach der Reformation und der damit verbundenen Umwandlung in ein adeliges Damenstift kaum etwas.In einer Urkunde König Abels vom 7. März 1250, die zugleich den ältesten schriftlichen Nachweis des Klosters darstellt, wurde die Befreiung seiner "Meier und Colonen" (Gefolgsleute) von der "Heerfahrt" zugestanden, ein Privileg, das bis ins 17. Jahrhundert immer wieder bestätigt wurde. Allerdings waren bei Kriegen Unterstützungsleistungen wie Roßdienste (1625: vier Wagenpferde) zu gewähren. An der Spitze des Klosters standen die Äbtissin (nach der Reformation Priörin genannt) und der Klosterprobst (so Originalschreibw.). Während die Äbtissin überwiegend die innerklösterlichen Angelegenheiten (Zucht und Ordnung) regelte, vertrat der Klosterprobst das Kloster nach außen. Nach einer anderen Urkunde von 1584 hatte das Kloster die volle Gerichtsbarkeit, außer der Blutgerichtsbarkeit, "weil der geistliche Stand kein Schwert rührt".

Die Ausübung der Gerichtsbarkeit verlief in der Praxis offenbar nicht immer problemlos. So wird in einem kirchlichen Visitationsbericht von 1634 über die Haddebyer und damit auch Fahrdorfer Kirchengemeinde das Vorhandensein mehrerer unbestrafter "Totschläger" beklagt, da das Kloster kein "Halsgericht" habe.(12) Das Kloster durfte also keine Körper- oder Todesstrafen verhängen. Sonst konnten die Klosterleute (Bewohner der klösterlichen Distrikte) aber nur vor der Priörin und dem Klostervogt klagen oder vor ihnen verklagt werden. Aus der Zeit der Hexenverfolgung liegt ein bemerkenswertes Schreiben des Herrn von Sassenberg an Herzog Friedrich III. vom 5. Februar 1655 folgenden Inhalts vor: Die Priörin des Klosters habe eine Frau und einen Jungen aus Fahrdorf verwahren lassen und unter die Anklage der "Gespensterei oder Spörkeley" gestellt. Damit habe sie sich Rechte angemaßt, für die der Amtmann von Gottorf zuständig sei.(13) Das traf auch zu, denn für die Verfolgung von Hexerei gab es eine Sonderregelung.

An sonstigen Verwaltungsaufgaben hatte das Kloster insbesondere für Erhebung aller Steuern- und Wegebauabgaben sowie für das geistliche Wohl seiner "Eingesessenen" zu sorgen. Auch nahm es Beurkundungen vor. In den Dörfern wurden vom Kloster Bauernvögte bestellt. Eine nähere Aufgabenbeschreibung liegt nicht vor, doch dürften sie in etwa die Stellung eines Bürgermeisters gehabt haben.

2.5 Von der Reformation bis zum Kaiserreich


 

Die Veränderungen der Reformation gingen am Kloster und seinen Untertanen fast unbemerkt vorüber. Kirchenstürmer und Bauernaufstände wie in Süd- und Westdeutschland gab es in Schleswig-Holstein nicht. Der schleswig-holsteinischen Ritterschaft, die von altersher im Land großen Einfluß hatte, gelang es, das Kloster 1541 in ein adeliges Damenstift zur Versorgung seiner unverheirateten Töchter umzuwandeln. Diese Funktion hatte es praktisch schon vor der Reformation wahrgenommen. Die Besitzverhältnisse wurden dabei nicht angetastet. Der Haddebyer Pfarrer hieß jetzt Pastor, war nicht mehr "geschoren" und predigte auf deutsch, was mit plattdeutsch gleichzusetzen war. Das entsprach auch der in plattdeutsch verfassten neuen Landeskirchenordnung von 1542. Ob die damit einhergehende größere Volksverbundenheit die Fahrdorfer und Loopstedter tatsächlich zu besseren Christen gemacht hat, ist nicht erwiesen.

Auch ist nicht belegt, ob die Fahrdorfer die Hilfe ihres Geistlichen nachts in Anspruch genommen haben. Dieser musste außerhalb der Klostermauern in Schleswig wohnen. Da das Kloster nachts geschlossen war, sollte er für die südlich der Schlei gelegenen Dörfer ständig erreichbar sein.  

Die Auswirkungen der Gottorfer Residenz

Fahrdorfs Lage in unmittelbarer Nähe des politischen, geistigen und wirtschaftlichen Zentrums Schleswigs hatte entscheidende Auswirkungen auf seine Geschichte. Wo konkrete Aufzeichnungen  über Fahrdorf fehlen, können wir manches anhand der Schleswiger Stadtgeschichte nachvollziehen. Im Vertrag von Ripen wurden 1460 die Herzogtümer Schleswig und Holstein "up ewig ungedeelt" miteinander verbunden. Der dänische König war zugleich Herzog von Schleswig und Holstein. Das bis Rendsburg reichende Holstein gehörte zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, der Landesteil Schleswig zu Dänemark. Die Fahrdorfer hatten ihren Herzog in Schleswig und ihren König in Kopenhagen. In dieser verwickelten staatsrechtlichen Konstruktion spielten die Gottorfer Herzöge mit ihrer Residenzstadt Schleswig eine Sonderrolle. Sie beschwor in der Folgezeit viele politische Konflikte und militärische Auseinandersetzungen herauf.

In der zweiten Hälfte des 16. und zu Anfang des 17. Jahrhunderts erlebte die Gottorfer Residenz im Zeitalter der Renaissance ihre Glanzzeit. Der Herzog ließ das Schloss neu aufführen, ein weitläufiger Fürstengarten (der nun wieder in Teilen rekonstruiert wird) lud zum Promenieren ein. Der tatkräftige Johann Adolf (1590-1616) und Herzog Friedrich III. (1616-1659) wurden die Schöpfer und Repräsentanten der vielgepriesenen Gottorfer Kultur. Letzterer erlebte aber auch die harten Zeiten des ersten und zweiten Schwedischen Krieges und verstarb im Tönninger Exil.

Von dem allgemeinen Aufschwung haben Fahrdorf wie auch andere Bauerndörfer nur begrenzt profitiert. Während die adeligen Güter mit ihren insbesondere durch die Intensivierung der Milchviehhaltung (Holländereien) am zunehmenden Wohlstand voll teilnahmen, waren die Pachtbauern des Klosters mit ihren kleineren, zumindest teilweise gemeinsam zu bewirtschaftenden Ländereien und Weiden nicht konkurrenzfähig und dementsprechend wirtschaftlich schlechter gestellt.

Der Blütezeit der Gottorfer Kultur, dem "goldenen Zeitalter", verdanken wir auch die älteste Fahrdorfer Karte aus dem Schleiatlas des Kartographen Johannes Mejer mit einem Text von Caspar Dankwerth. Hier ist Fahrdorf mit zehn, Loopstedt mit fünf Häusern eingezeichnet.

 

Kriege und Verelendung der Bauern im 17. bis ins frühe 18. Jahrhundert

Den friedlichen Zeiten folgte ab 1627 für die Fahrdorfer und das ganze Land eine nahezu hundertjährige Epoche kriegerischer Auseinandersetzungen. Sie führte zum Niedergang der Ständemacht und zur Verelendung der Bauern.

Die Nähe des vielbenutzten Nord-Süd-Heerweges wirkte sich dabei für Fahrdorf immer wieder besonders nachteilig aus. Alle größeren  Gruppenverbände berührten von und nach Skandinavien ziehend Schleswig und sein Umland. So war es auch im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648). Obwohl Herzog Friedrich III. nach Ausbruch des Krieges sehr um Neutralität bemüht war, konnte er in den Jahren 1627-1629 die Einquartierung kaiserlich-österreichischer Truppen in Schleswig und Umgebung nicht verhindern. Wallenstein erschien persönlich im Oktober 1627 in Schleswig. Den Auftakt großer kostenloser Gruppeneinquartierungen bildeten im Dezember zwei Kompanien mit 364 Mann, 99 Pferden sowie einem Tross von 89 Frauen und 69 Kindern.

Diese und nachfolgende Truppen drangsalierten wie Besatzer auch die Bevölkerung der umliegenden Dörfer und beuteten das Land aus. Im Gegensatz zu anderen deutschen Landschaften folgten glücklicherweise danach Jahre des Friedens. Auf dem Schloss wurden bereits 1632 anlässlich einer fürstlichen Kindstaufe u.a. 11 Ochsen, 19 Kälber, 17 Schweine und 9 Schweine "aus der Sulz" verzehrt. Der Zeit entsprechend konnte das natürlich nur auf Kosten der Bevölkerung erfolgen. Im ersten Schwedischen Krieg (1643-45) fielen schwedische Truppen in Schleswig ein. In einem Schriftstück des St. Johannisklosters heißt es dazu, "dass viele dem Kloster angehörige Hufen durch die Kriegsstürme und großen Landespressuren ganz ruiniert und wüste, die Äcker unbesät, die Hölzungen ganz verhauen, wodurch die Einwohner den Bettelstab zu ergreifen höchst genötigt wurden". Fahrdorf wurde dabei so schwer ausgeplündert, dass nur noch zwei Pferde im Dorf waren.

Doch es sollte im zweiten Schwedischen Krieg der Jahre 1657-60 noch schlimmer kommen. Dieser Krieg wurde wegen der Grausamkeit polnischer Truppen auch Polackenkrieg genannt. Der Gottorfer Bibliothekar Olearius berichtet davon, dass sich am 5. Oktober 1658 eine polnische Armee in Stärke von 5000 Mann in Schleswig (Einwohnerzahl etwa 4000) und Umgebung einquartiert habe. "Sie lagen ganze Wochen daselbst", schreibt er, "taten sehr großen Schaden, stachen die fischreichen Teiche durch, plünderten und verwüsteten die Häuser, raubten Pferde und Vieh, schändeten das Weibsvolk jung und alt, ergriffen die ihren Quartieren vorbeigehenden Bauernmädchen und behielten sie etlicheTage bei sich verschlossen".

Die außerordentliche Not der nachfolgenden Jahre können wir wieder in zahlreichen Eingaben des Klosters nachlesen. Danach lagen von Mensch und Tier "entblößt" große Ländereien wüst (brach) und wurden zur Verpachtung angeboten. 1665 pachtete sogar ein Klosterfräulein, die "ehr- und tugendreiche Mitschwester Sophia Schachen" für sechs Jahre in Loopstedt eine wüste Hufe(17J. Missernte und Viehsterben einerseits sowie steigende Abgaben andererseits ließen um 1690 die Not der Landbevölkerung einen neuen Höhepunkt erreichen. Der Nordische Krieg ( 1700 bis 1721) verhinderte eine Erholung des Landes. Einher mit der schlechten wirtschaftlichen Situation ging der Verfall von Ordnung und Sitten. Als Beleg dafür mag das Jahr 1685 mit einer Klage stehen. Sie beinhaltet, dass die an der Schlei wohnenden Untertanen des Klosters in die königlichen Gehege eindrangen, unerlaubt fischten und damit ein "hochstrafbares" Verbrechen begingen.


Fahrdorfer Besitzverhältnisse und ländliche Bewirtschaftungsformen vom 17. bis zum 19.Jahrhundert

Die Einwohner Fahrdorfs bestanden vom 17. bis zum 19. Jahrhundert im wesentlichen aus Hufnern, Kätnern und Insten. Der Grundbesitz war die Hufe und befand sich in klösterlichem Besitz. Eine Hufe umfasste je nach Bodenqualität etwa 30 bis 40 Hektar Ackerland und konnte eine bäuerliche Familie nebst Personal ernähren. Hinzu kamen Hofgebäude sowie ein Anteil an der gemeinsam von der Dorfgemeinschaft genutzten Weide und gegebenenfalls Anteile am Wald. Die Hufe wurde in Zeitpacht, teilweise auf Lebenszeit an die Hufner (Bauern) verfestet (vergeben). Aus Fahrdorf sind aber auch Verpachtungen von Bruchteilen einer Hufe bekannt. Die Kätner (Kleinbauern) bewirtschafteten nur kleine Flächen, zumeist nur den zu ihrer gepachteten Kate gehörenden "Kohlgarten". Sie verfügten ebenfalls über Anteile an der gemeinsamen Weide. Die Insten waren nicht selbständige Handwerker und Tagelöhner. Sie bewohnten vom Kloster gepachtete Katen oder Staven. Auf allen Hufen und Katen lagen dem Kloster zu erbringende Dienstleistungen und Naturalienabgaben, die Reallasten. Den Hand- und Spanndiensten kam besondere Bedeutung zu. Sie bestanden bei einem Hufner in der Bereitstellung von Pferdegespannen zur Bearbeitung der in klösterlicher Eigenbewirtschaftung befindlichen Landflächen, dem Hoffeld. Damit konnte sich das Kloster eine eigene Pferdehaltung sparen. Die Kätner hatten z.B. Botendienste zu verrichten oder an einer festgelegten Anzahl von Tagen für das Kloster Torf zu stechen.

Die aus dem Wirtschaftsbetrieb ausgeschiedenen Altbauern lebten von der Abnahme. Sie bewohnten ein zur Hufe gehörendes Gebäude und wurden vom Jungbauern mit ernährt. Wer keinerlei Verdienst hatte, erhielt bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen ein sehr geringes Armengeld oder Almosen. Der Grundbesitz des Klosters wurde wie erwähnt mit Ausnahme des Hoffeldes verpachtet. Stand eine Neuverpachtung an oder sollte ausnahmsweise etwas verkauft werden, wurde dies vom Pastor von der Kanzel verkündet. Interessenten konnten sich dann zu einer bestimmten Zeit beim Klosterverwalter vorstellen. Über Verpachtung, Verkauf und entsprechende Bekanntmachungen in Fahrdorf und Loopstedt sind zahlreiche Urkunden überliefert. Aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts können wir nachlesen:

  • 1653 festet Thomas Reimers eine Hufe in Fahrdorf mit der Maßgabe, dem Adeligen Kloster "Ehr und Gehorsam zu leisten, wie es einem frommen Unterthanen gebührt."
  • 1673 und 1689 wird dieselbe Kate in Loopstedt neu verfestet mit allen von altersher festgelegten Verpflichtungen, z. B. "Laufreisen" (Botengänge ).
  • 1675 festet Johann Stahl auf Lebenszeit eine halbe Hufe mit allen Äckern, Wiesen, Weiden und der Maßgabe, die Obrigkeit zu ehren.
  • 1695 wird die Verpachtung einer Stave in Fahrdorf angeboten.

Aus den aufgeführten Beispielen ist auch ersichtlich, dass mit der Verpachtung eine Unterwerfung unter die klösterliche Obrigkeit erfolgte. Seit der Kolonisierung des Landes im 12. Jahrhundert bestand die gemeinsame Bewirtschaftung der Landflächen, die Feldgemeinschaft der Dörfer. Hiernach wurde dem Bauern jedes Jahr ein anderes Stück Ackerland zugeteilt, das nach einer genau festgelegten Fruchtfolge zu bewirtschaften war (Dreifelderwirtschaft). Das Weideland nutzte man gemeinsam. Pachtverträge des Klosters belegen, dass Ackerland in Fahrdorf bereits im 17. Jahrhundert fest verpachtet wurde.

 

Bauern erhalten Land als Eigentum

Um die Leistungsfähigkeit der Bauernwirtschaft zu verbessern, kam es ab 1766 zur Landreform und der damit verbundenen Verkoppelung. Die Bauern konnten nun auf Verlangen vom Kloster Land zu Eigentum erwerben. Eine Auflage bestand darin, mit Strauchwerk bepflanzte Erdwälle um die Koppeln anzulegen. Für ein Bauerntum auf eigenem Boden waren damit die grundlegenden Voraussetzungen geschaffen. Die uns heute vertraute Knicklandschaft entstand.

Auch setzte mit der Forst- und Jagdverordnung von 1784 eine geregelte Forstwirtschaft ein. Zum Mästen in die Wälder getriebenes Vieh und unkontrollierter Holzeinschlag hatten die Wälder sehr in Mitleidenschaft gezogen. Die Holzwirtschaft wurde von einem klösterlichen Holzvogt überwacht. Allerdings waren die Fahrdorfer Waldflächen unbedeutend. Für die Einhaltung der Jagdverordnung war ein Jagdvogt zuständig. In der Fahrdorfer Gemarkung wurde die Verkoppelung etwa in den Jahren 1780-1800 durchgeführt. In Loopstedt erfolgte nachweislich der Verkauf von drei Hufen und der Schäferei (Schäferei-Hufe) Nicht immer ging der Verkauf ohne Probleme vor sich. Viele Fragen traten auf und mussten gelöst werden. Wie waren etwa die Wege, wie die "Kirchen- und Fußsteige" zu behandeln? Wem sollten sie in Zukunft gehören? Wer sollte sie unterhalten? Und wie sollte der Kätner bedacht werden, der bisher eine Kuh auf der gemeinsamen Weide grasen lassen durfte? Gemeinsinn war gefragt und musste erlernt werden. Mit der Schätzung des Landes wurden königliche Kommissionen betraut. Einigung unter den Käufern war nicht immer zu erzielen. So ist über die Vergabe des Landes in einem Klosterprotokoll vom 24. August 1790 nachzulesen, dass das Los entscheiden solle, sofern keine gütliche Einigung zu erzielen sei. Unberührt von der Veräußerung blieben bis 1880 die Reallasten, all jene Dienstleistungen, die mit dem Eigentum an Grund und Boden verbunden waren. So mussten dem Kloster auch weiterhin Pferdegespanne zur Verfügung gestellt werden, was zu überhöhter, unwirtschaftlicher Pferdehaltung zwang.

Nach der Verkoppelung im Jahre 1803 lebten in Fahrdorf einschließlich Loopstedt 188 Einwohner in 28 Familien, davon 15 Hufner-Familien. Die durchschnittliche Hufnerfamilie umfasste nebst Kindern und Personal9 Personen. Dem Kloster verblieben auch nach der Landreform noch große Landflächen. Erst 1918/19 veräußerte das Kloster sein "Priörinnenmoor" zwischen Fahrdorf und LoopstedtJ25) Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts hatte es noch über 6500 Hektar Land zu eigen, eine Fläche, die größer als die der Stadt Schleswig war.

Unabhängig von den Verkäufen behielt das Kloster jedenfalls zunächst die "Herrschaftsgewalt" über seine "Untergehörigen". Der Klosterbezirk als Verwaltungseinheit war vergleichbar mit einem heutigen Landkreis.


Verkehrsprojekte und gewerbliche Entwicklung im 19. Jahrhundert

Verkehrstechnisch waren die Vollendung des Haddebyer (Fahrdorfer) Damms im Jahre 1813 und der Bau der Eckernförder Chaussee (Fertigstellung 1847) für Fahrdorf von großer Bedeutung. Zu verdanken haben wir den Bau des Haddebyer Damms dem Statthalter des dänischen Königs auf Schloß Gottorf, dem Landgrafen Carl von Hessen (1768-1832). Dieser hatte die dänische Königstochter Luise geheiratet, den nach ihr benannten Herrensitz Luisenlund bei Fleckeby gebaut und war nicht länger gewillt, den zeitraubenden Weg um das Haddebyer und Selker Noor zum Schloß zu nehmen.

Für die kürzeste Entfernung war aber ein Dammbau mit weitgehender Abschnürung des Haddebyer und Selker Noores von der Schlei nötig. Welche bürokratischen Hürden zur Verwirklichung solcher Vorhaben schon damals genommen werden mussten, lässt sich an der Beteiligung nachfolgender 13 Dienststellen erkennen: " ... Deutsche (ab 1806 Schleswig-Holsteinische, ab 1816 Schleswig-Holsteinische- Lauenburgische) Kanzlei, Königliche Rentekammer, Königliches Generalpostamt, Königliches Finanzkollegium, alle in Kopenhagen, die Finanzkasse in Rendsburg, das Gottorfer Obergericht, 1834 Königlich Schleswig-Holsteinische Regierung zu Gottorf genannt, Amtmann und Hausvogtei vor Gottorf, Hüttener Amtmann vor Gottorf, Hüttener Hausvogtei in Fleckeby, Probst des adeligen St. Johannisklosters

vor Schleswig, der Oberlandwegeinspektor in Schleswig, der Oberdeichinspektor in Husum und die Statthalterschaft auf Gottorf als Durchgangsbehörde."

Um die entstandenen Kosten von 10628 Talern für den Damm zu decken bzw. zu verzinsen, wurde gegenüber dem Historischen Gasthaus Haddeby ein Schlagbaum mit einem Häuschen als Hebestelle für das Passagegeld eingerichtet. Hier mussten alle Straßenbenutzer ein Wegegeld entrichten, das später auch für die Benutzung der Eckernförder Chaussee zu zahlen war. Die Gebühren betrugen ein bis 16 Reichsbankschillinge, je nachdem ob es sich um Fuhrwerke, Reiter, Pferde, Rindvieh oder anderes handelte. Erst 1874 entfiel diese Gebühr.

Die Trassenführung der Chaussee, der heutigen Bundesstraße 76, wurde so geplant, dass der von Luisenlund kommende Reisende immer das Schloss vor sich liegen sah. Ein weiteres Projekt, das letztendlich aber nicht zur Ausführung kam, machte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Furore: der Bau einer Brücke von Fahrdorf nach Schleswig. Ein "Technischer Bericht" mit konkreter Bauplanung und Rentabilitätsberechnung wurde 1867 erstellt und von Vertretern der Ortschaften Fahrdorf und Loopstedt, den Hufnern D. Jöns, J.F. Koch und Z. Koch, mit unterzeichnet.(28) In den Schleswiger Nachrichten meldeten sich die Befürworter und Verneiner des Projektes zu Wort. In der Ausgabe vom 10. Juli 1869 schrieb dazu ein Herr S.: "Ein zweiter für die Zukunft weit bedeutender Übelstand ist aber die nach allen derartigen Bauten eintretende Verschlemmung des abgedämmten Gewässers (Burggraben, Kleiner Kiel, Windebyer Noor usw.), welche mit der Zeit die ganze Stadt mit ähnlichen Ausdünstungen erfüllen wird, wie schon jetzt der Burggraben die umliegenden Teile." Soweit bekannt, waren es schließlich wohl die Finanzen und nicht Umweltbedenken, die das Vorhaben zu Beginn des 20. Jahrhunderts endgültig scheitern ließen.

Zum Funktionieren einer dörflichen Gemeinschaft trugen auch Handwerk und Gewerbe bei. Da größte Sparsamkeit für gewöhnlich oberstes Gebot war, wurden nach Möglichkeit Gegenstände des täglichen Bedarfs selbst hergestellt. Für die Herstellung bestimmter Gegenstände und Artikel ging es aber nur schwer ohne Spezialisten, die Handwerker. Jeder Handwerker benötigte eine Konzession, für die er jährlich eine Gebühr von zwei Reichstalern zu zahlen hatte. Eine Gewerbefreiheit gab es nicht. Ein Schmiedeknecht aus Fleckeby konnte daher abgewiesen werden, "weil es schon genügend Schmieden gibt und weil er noch keinen Militärdienst geleistet hatte."

1860 hatte sich die Anzahl der Handwerker gegenüber 1803 nahezu verdreifacht. Nach Einführung der Gewerbefreiheit im Jahre 1867 entstanden eine Mühle, eine Ziegelei, Meiereien, Kaufmannsläden und sogar eine Brennerei. Offenbar hat sich die Gewerbefreiheit auch für Fahrdorf im Verbund mit einer allgemeinen wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung positiv ausgewirkt. Trotzdem gab es schon damals Arbeitsplatzprobleme.


Erwachendes Nationalgefühl und seine Folgen

Seit dem Nordischen Krieg 1700-1721 war die Politik Dänemarks darauf bedacht, Schleswig-Holstein behutsam in den dänischen Staatsverband einzubinden. Die mit der dänischen Politik verfolgte Beschneidung der Rechte des schleswig-holsteinischen Adels, der traditionell deutsch gesonnen war, rief jedoch Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts Gegenkräfte auf den Plan. In Emkendorf bei Rendsburg sammelte Graf Fritz Reventlow einen Kreis bedeutender Männer und Frauen um sich, der bestimmenden Einfluss auf die Geschicke des Landes nehmen sollte. Dieser "Emkendorfer Kreis", geprägt vom Geist der beginnenden Romantik, bildete historisch betrachtet den Ausgangspunkt für ein deutsches Nationalgefühl in den Herzogtümern. Das Festhalten des dänischen Königs an einem Bündnis mit Napoleon auch nach dessen Niederlage in der Völkerschlacht bei Leipzig im Jahre 1813 bewirkte den Einfall einer schwedisch-russisch-preußischen Armee von 57.000 Mann in Schleswig-Holstein. Die Einquartierungslasten, vor allem in dem strengen Winter 1813/14, sollte der Bevölkerung auch in Schleswig und Umgebung noch lange als "Kosakenwinter" in böser Erinnerung bleiben. Allein im Schleswiger Stadtteil Friedrichsberg (über Fahrdorf liegen keine Informationen vor) quartierten sich im Januar 1500 Kosaken ein Diese Ereignisse, aber auch Begleiterscheinungen wie Inflation und Währungsreform und nicht zuletzt liberales Gedankengut der Französischen Revolution, ließen in weiten Bevölkerungskreisen zunehmend Vorbehalte gegen "das Dänische" und den Wunsch nach einem eigenständigen, geeinten Schleswig-Holstein aufkommen. Noch wurde der dänische König aber allgemein verehrt, und häufig besuchte er Tochter und Schwiegersohn (Landgraf Carl) in Schleswig und Luisenlund. Der Sylter Uwe Jens Lornsen verlieh 1830 dem Wunsch nach einer gemeinsamen Verfassung in seiner Flugschrift "Über das Verfassungswerk in Schleswig-Holstein" vielbeachteten Ausdruck. Am 24. Juli 1844 erscholl auf dem schleswig-holsteinischen Sängerfest in Schleswig vor 12 000 Besuchern zum ersten Mal das Schleswig-Holstein-Lied. Auch wurde dort zum ersten Mal die blauweiß-rote Fahne in größerer Anzahl gezeigt und fand bei den staunenden Gästen begeisterte Anerkennung."

Diese Farben wurden zum einigenden Symbol aller Schleswig-Holsteiner. Schleswig entwickelte sich zum Zentrum nationaler deutscher Gesinnung. Mehrere Haddebyer Pastoren traten öffentlich für die deutsche Sache ein, wie man damals sagte, und gerieten so in Konflikt mit der dänischen Obrigkeit. Als der dänische König Friedrich VII. Anfang 1848 eine Gesamtstaatsverfassung unter Einschluss der Herzogtümer Holstein und Schleswig in Aussicht stellte, kam es zur Erhebung der Schleswig-Holsteiner. Dieser Konflikt steckte klarer als zuvor die Grenze schleswig-dänischer Gesinnung einerseits und schleswig-holsteinisch-deutscher Gesinnung andererseits ab. Sie äußerte sich u. a. in der Benutzung der dänischen bzw. deutschen Sprache. Während im nördlichen Angeln beide nebeneinander anzutreffen waren, gehörte die Gegend südlich der Schlei und damit auch Fahrdorf zum  deutschsprachigen Teil. Nach anfänglichen Erfolgen der Erhebung mit militärischer Unterstützung Preußens wurde 1850 die inzwischen auch auf sich selbst gestellte schleswig-holsteinische Armee bei Idstedt vor den Toren Schleswigs entscheidend geschlagen. Von den zahlreichen verlustreichen Kämpfen - auch in unmittelbarer Nähe (Selk, Busdorf, Danewerk) - wurde Fahrdorf zwar tangiert, aber nicht direkt betroffen.

Zu dieser Zeit bestand Fahrdorf nach Johannes von Schröder aus elf Hufen unterschiedlicher Größe, acht Kathen und sechs Instenstellen; Loopstedt aus fünf Hufen unterschiedlicher Größe, drei Kathen und einer lnstenstelle. Beide Orte lagen im Bereich des Amtes Gottorf und der Kropper Harde. Das Ackerland wurde mit "von ziemlicher Güte" bewertet. Nach der Erhebung blieb das Herzogtum Schleswig-Holstein unter dänischer Herrschaft. Die Anführer der Erhebung verließen überwiegend das Land, um sich der Verfolgung durch die dänische Obrigkeit zu entziehen. Als am 1. Januar 1864 eine Gesamtstaatsverfassung für Dänemark und das Herzogtum Schleswig in Kraft treten sollte, rückten Ende 1863 preußische und Österreichische Truppen im Auftrag des Deutschen Bundes in Schleswig-Holstein ein. Am Danewerk verschanzte sich die dänische Armee unter ihrem General de Meza. Damit trat auch Fahrdorf kurz in das Licht der weltpolitischen Ereignisse.

Kein geringerer als Theodor Fontane hat diese Tage und Stunden als Kriegsberichterstatter festgehalten. Nach der Besetzung Fahrdorfs am 3. Februar 1864 durch das österreichische Armee-Corps berichtet er über den 4. Februar:

"Erfolgreicher war die Kanonade auf dem rechten Flügel bei Fahrdorf. Hier führte General Thomas, etwa um 11 Uhr vormittags, eine  preußische 6pfündige und eine Österreichische 4pfündige Batterie ins Gefecht, deren vereintem Feuer es gelang, zuerst die Johanniskloster-Batterie und gegen 3 Uhr nachmittags endlich die Möweninsel-Batterie zum Schweigen zu bringen."

Bei diesem Gefecht wurde, wie man in Fahrdorf erzählt, der Schornstein des Rammsehen Abnahmehauses von einer dänischen Kanonenkugel getroffen. Sie befindet sich noch heute im Besitz der Familie. Fontane fährt in seinem Buch über das Gefecht fort: "So standen die Dinge am 5., als etwa gegen Mitternacht ein Offizier vor dem in Fahrdorf stehenden Infanterie-Regiment Coronini beim Feldmarschallieutenant mit der Meldung eintraf, es sei gegen 10 Uhr abends ein Parlamentair in Fahrdorf angekommen, der um Einstellung der Feindseligkeiten für den nächsten Morgen (den 6.) ersucht habe.

Als ein österreichischer Offizier die zustimmende Antwort des  Feldmarschalls von der Gablenz überbringen wollte, hatten die dänischen Truppen in aller Stille das als Verteidigungslinie gut ausgebaute Danewerk verlassen. So endete in der Nacht des 6. Februar 1864 für Fahrdorf die dänische Zeit.


Aus Untertanen des Klosters werden preußische Untertanen

 

Dem Sieg auf dem Schlachtfeld 1864 folgte mit Patent vom Januar 1867 die Inbesitznahme Schleswig-Holsteins durch Preußen und die Eingliederung Nordschleswigs mit einem großen dänischen Bevölkerungsteil. Eine Reihe grundlegender neuer Gesetze und Verordnungen katapultierte Schleswig-Holstein verwaltungsmäßig aus dem Mittelalter in die Neuzeit. Es waren dies u.a.

- die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht von 1866

- die Landgemeindeordnungen von 1867 und 1892

- die Reform des Steuerwesens von 1867

- die Einführung der Gewerbefreiheit 1867

- die Kreisordnung von 1888

- die Verordnung über die Trennung der Justiz von der Verwaltung sowie

- die Einführung der preußischen Verfassung und einer Landesverfassung

Viele der neuen Bestimmungen, die von der eher konservativen bäuerlichen Bevölkerung mit Misstrauen aufgenommen wurden, wirkten sich segensreich auf die Entwicklung des Landes und auch Fahrdorfs aus. Während einerseits eine Zentralisierung und Bürokratisierung des Gemeinwesens eintrat, erfolgte andererseits eine Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung durch Delegation von Verantwortung in bisher unbekanntem Ausmaß.

Für Fahrdorf bedeuteten die Veränderungen die Auflösung der Strukturen, in die es "hineingeboren" und in denen es "aufgewachsen" war, die Auflösung der Verbindung mit dem St. Johanniskloster. So wurden 1867 aus Untertanen des Klosters preußische Untertanen. Am 12. August 1881 erfolgte im Rahmen einer Gemeindereform die Eingliederung des "Wohnplatzes" Loopstedt, am 15. August 1885 die Eingliederung bisher kommunalfreier Wasserflächen, des Haddebyer

Noores und Teile der Schlei. Mit der Landgemeindeordnung von 1867 erhielt unsere Gemeinde ihren ersten gewählten Gemeindevorsteher und ihre erste Gemeindevertretung. 

 

Hinweis: Bitte lesen Sie hierzu auch den Beitrag zur Fähre unter Dokumente (mehr lesen)

 

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Fahrdorf und die Haddebyer Kirche           (Gerhard Plath)

Quelle: Fahrdorfer Chronik von 1994, (S. 110-118) 

 

"Die Kirche soll man im Dorfe lassen"- so lautet ein bekanntes Sprichwort. Die Planer der Haddebyer Kirche haben dieses Sprichwort offenbar nicht gekannt oder vielleicht nicht beachtet. Auf jeden Fall fragten sich die Menschen im Kirchspiel Haddeby bis in unser Jahrhundert hinein, warum gerade in der Nähe der alten Siedlung Haddeby die Kirche erbaut wurde und nicht in einer der Dorfschaften des Kirchenspiels. Sie konnten keine Antwort finden und dachten sich deshalb folgende Sage aus, mit der sie den Standort der Kirche begründeten: In Fahrdorf sollte eine Kirche auf dem Kar(k)berg gebaut werden, doch trugen die Unterirdischen in jeder Nacht wieder ab, was die Menschen am Tage zuvor errichtet hatten. Da merkten die Fahrdorfer, dass sie am falschen Platze bauten. Sie beschlossen, einen anderen Bauplatz zu suchen, indem sie zwei Kühe zusammenbanden und am Abend laufen ließen. Am anderen Morgen lagen die Kühe am Platz der Haddebyer Kirche, und so wurde dort gebaut.


Das Kirchenspiel Haddeby
Diese Geschichte hat mit der Wirklichkeit rein gar nichts zu tun, zeigt aber deutlich, welche Rätsel die Standortwahl den Menschen aufgab. Die Dörfer jedoch, in denen man eine Kirche hätte bauen können, gab es zum Zeitpunkt des Baubeginns noch nicht, vielmehr ging es darum, für die Bevölkerung rund um die Schlei bis zur Eider eine eigene kirchliche Verwaltung zu schaffen. So entstanden die Kirchspiele, die mit ihren Gotteshäusern den weitverstreut wohnenden Gläubigen einen angemessenen Raum bieten sollten.
Die Kirche in diesem Kirchspiel, die Haddebyer Kirche, hatte also nie die Funktion einer Dorfkirche, wie das in umliegenden Gemeinden der Fall war (Kropp, Kosel, Treia), sondern sie war der "religiöse" Mittelpunkt des Kirchspiels. "Das ausgedehnte Kirchspiel erstreckt sich vom Südufer der innersten Schlei und beiderseits des Haddebyer und Selker Noors landeinwärts: nach O[sten] und S[üden] in die von Mooren durchsetzte Grund- und Endmoränenlandschaft nordwestlich der Hüttener Berge, nach W[esten] über sandiges Geestland bis zur Niederung der Rheider Au.“
Knapp 400 Jahre vor der ersten urkundlichen Erwähnung Fahrdorfs (1575) bereits wurde die Haddebyer Kirche gebaut: Die Datierung "um 1200" ist allgemein anerkannt. Eine Kirchenstruktur für die gesamte Region existierte also schon lange, bevor wir überhaupt von einer dörflichen Struktur reden können.
Die Geschichte der Haddebyer Kirche bis zum Entstehen der Gemeinde Fahrdorf nachzuzeichnen, soll nicht Aufgabe dieser Chronik sein, dies ist an anderer Stelle bereits ausführlich geschehen. Wir beschränken uns deshalb auf wenige Grunddaten, die für ein Verständnis der Gesamtentwicklung notwendig sind.
Der Bauplatz für die Kirche war für die Bewohner am südlichen Schleiufer im Vergleich zur anderen Bevölkerung des Kirchspiels äußerst günstig gewählt: Sie war leicht erreichbar, während viele andere Gläubige vielfach eine mehrstündige Fahrt durch unwegsames und unerschlossenes Gelände hinter sich bringen mussten, um am Gottesdienst teilnehmen zu können. Sicherlich hat die vergleichsweise "gute" Infrastruktur des Bauplatzes die Entscheidung, die Kirche des Kirchspiels in Haddeby zu errichten, maßgeblich beeinflusst. Die Siedlung in Haddeby war schon vor der Christianisierung durch den Missionsbischof Ansgar (seit 831) ein bedeutender Handelsplatz gewesen, insofern auch gut erschlossen. Gegen Ende des Jahrtausends war die Bedeutung des Handelsumschlagplatzes zurückgegangen, Schleswig übernahm mehr und mehr die Aufgabe, die einmal Haddeby gehabt hatte. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Haddebyer Kirche gleichsam die Funktion eines Außenpostens oder auch Vorortes von Schleswig, vergleichbar der Kirche St. Michaelis. Auch die Nähe zu den heidnischen Gottesstätten in und um Haithabu, zu denen ein Gegenpol errichtet werden musste, ist als Grund für die Standortwahl zu nennen. Kirchengeschichte wurde in Schleswig gemacht, dem Zentrum kirchlichen Geschehens in den nächsten Jahrhunderten. Die St. Andreas-Kirche (päpstliche Weihung 1399 und 1418) bekam ihren Namen nach dem Heiligen Andreas, dem jüngeren Bruder des Apostels Petrus. Sie übernahm für viele Jahrhunderte die Rolle eines regionalen Kulturträgerzentrums, das dazu diente, als geistlicher Mittelpunkt eines Kirchspiels (Pfarrsprengel) kirchliche und auch politische Verhältnisse zu festigen.


Das Kirchspiel im Machtgefüge zwischen dem Amt Gottorf, dem Domkapitel und dem St. Johanniskloster

Bis ins 16. Jahrhundert wurde die Bindung an den Schleswiger Dom immer enger, bis schließlich Christian I. als Schleswiger Herzog im Jahre 1416 das Patronatsrecht an der Kirche dem Domkapitel übertrug. Im Jahre 1524 begann mit dem Zuzug des "Presters to Haddebui" Johann Johnsen ein völlig neuer Abschnitt in der Geschichte der Haddebyer Kirche, die auch für die Bewohner des Kirchspiels erhebliche Auswirkungen hatte: Das Adlige Damenstift St. Johannis(101), Besitzer umfangreicher Ländereien, zu denen auch große Teile des Kirchspiels Haddeby gehörten, sollte eine geistliche Betreuung durch einen Priester erhalten, der auch für die Gläubigen des Kirchspiels, d.h. auch für die Haddebyer Kirche zuständig war. Wahrscheinlich mit Zustimmung des Domkapitels wurden die Predigtämter an St. Johannis (Damenstift) und St. Andreas (Haddebyer Kirche) miteinander verbunden. Erster Prediger wurde Johann Johnsen, der eine Wohnung auf dem Holm bezog und sich auch als Holmer bezeichnete. Die Tatsache, dass eine solche organisatorische Verknüpfung der Predigerstellen immerhin doch 250 Jahre Bestand haben und man folglich von einer doch kontinuierlichen Betreuung der Gläubigen ausgehen sollte, täuscht darüber hinweg, dass es in diesen Jahren häufig zu Auseinandersetzungen und Streitigkeiten kam, die von Egoismus, Missgunst, Eigensinnigkeit und Machterhalt zeugen. Häufig sind gerade solche Konflikte aktenkundig gemacht worden, vom ruhigeren Gemeindeleben dagegen existieren weniger Zeugnisse. Grund für diese Auseinandersetzungen ist in dem komplizierten Machtgefüge zu sehen, das diese Organisationsform stützte oder auch aufzulösen suchte.
Ein eindrucksvolles Zeugnis jener Zeit ist ein Visitationsbericht des Gottorfer Generalsuperintendenten Jacob Fabricius.

"Haddeby (17. Febr. 1634)

Dn. Pastor: Nicolaus Ruse, Küster: Eitmann Reimers. Von Wrögern und NäHrringen weiß man nichts; Gildebrüder hat man wohl, wie der Herr Pastor scherzweise sagt. Vor der Predigt kommt man zum Theil nicht zur Kirche. Pastor predigt am Sonntage Esto mihi nicht, wie es die Kirchenordnung vorschreibt, von Christi Taufe, an welcher Historie uns doch zum Allerhöchsten gelegen. 1636 geschieht es endlich.
Die Menge der Gevattern sagt Pastor gar wundersam, stehe zu der Leute Gefallen; und es sollen derer oft so viel sein, daß er durch die Menge kaum zur Taufstelle durchkommen kann (12, 14, 16, ja 18, 20, 24). 1635 ist befohlen nur 7 zuzulassen. Taufe vor der Predigt, wenn sie sich aber durch kalte Schale oder warm Bier aufhalten lassen, nach der Predigt, sobald der Pastor von der Kanzel kommt. Kindelbier mit großer Weitläufigkeit.
Beicht am Sonntag Morgen. Pastor selbst sagt, es wäre besser am Sonnabend. Resp. der Knecht, der seines Herrn Willen weiß etc.
Offenbare Buße wird nicht gehalten, unter dem Vorwande, daß es zuvor nicht geschehen, aber jetzt noch zu Eckernförde und Schleswig nicht.
Steht ad referendum. 1635 geschiehts doch nicht, aber dazu verpflichtet. 1636 Anfang damit gemacht.
Eheleute werden im Hause copulirt. Ueberhaupt hat der Herr Superintendent bei diesem ganzen Gespräch kein einziges gründliches Wort bekommen, sondern nur weitläufige effusion, und seine vornehmste Entschuldigung ist Berufung auf andere Exempel. Schule wird hier nicht gehalten, sondern an andern gelegenen Orten nach des Herrn Pastor Bericht. Hat aber damit eine schlechte Bewandtniß. Ein gewisser Hans Reimer zu Steckswig, Klostermann,wird beschuldigt:
1) daß er nach dem Abendmahl hinter dem Altar die Hostie aus dem Munde in das Schnupftuch gespieen habe, welches Claus Hammers auf
dem Holm in Schleswig, so damals zu Haddebuy mit communicirt, gesehen, und solches annoch bezeugen soll, auch vor der Priorin
öffentlich zugestanden.
2) Daß er 1627 mit einem Manne aus Borgwedel bei Lichte des Abends und beim Bier Brüderschaft gemacht. Als das geschehen, ging das Licht von selbst aus, und Reimer gab dem Andern etwas in die Hand, was lebendig und vierfüßig gewesen. Da Letztrer geschrien und gesagt: 0 Herr Gott, Hans will mich nun zaubern lehren, hat man Licht angezündet, Reimer aber ist aus der Thüre entwischt. Bei Licht hat man einige graue Pferdehaare gefunden.
3) Daß er noch 20 Jahre als eine durch Zauberei berüchtigte Person bekannt sei, wie die alte Priorin Elisabeth Reventlow berichtet. Solch Aergerniß muß abgeschafft werden.
Im Kloster gehen die Jungfrauen nicht auf eine Zeit zum Abendmahl, sondern bei 2, 3, 4 etc. Es sollen Wiedertäufer hier sein. Des Einen Kinder kommen zum Abendmahl. Pastor erinnert, sie zu fragen, ob sie getauft seien. Pastor sagt, daß mehrere Todtschläger sind, die nicht bestraft werden, weil das Kloster kein Halsgericht hat. Mit dem Kirchhoftrotz vorhergegangener Erinnerung. Man giebt vor, man könne von J. F. G. kein Holz erlangen.
Und damit wird ohne Zweifel Superintendent seine 46jährige Visitation im Namen der heil. Dreifalt. beschließen, von Herzen wünschend, die nach ihm Kommenden, denen vielleicht diese Handleistung und Nachrichtung dienlich sein könnte, mögens viel tausendmal besser machen. Kaum können sie es besser meinen, aber besser zu thun, stehet in Gottes Gewalt."
Obwohl das Patronatsrecht, d. h. das Besetzungsrecht von Prediger- und Küsteramt, beim Kloster (zuständig für die Dörfer Fahrdorf, Loopstedt, Stexwig, Borgwedel, Jagel, Lottorf, Geltorf und Esprehm) lag, nahm das Domkapitel weiterhin Einfluß auf die Benennung der Prediger. Der Amtmann des Amtes Gottorf dagegen, zuständig für westlich gelegene Teile des Kirchspiels (Busdorf, Oberselk, Groß- und Kleindannewerk), war bemüht, den kirchlichen Einfluß zugunsten weltlicher Institutionen zu beschneiden. Die Gemeindemitglieder des Kirchspiels dagegen richteten ihre Vorliebe auf die Institutionen, deren Regelungen, insbesondere die finanziellen Forderungen, für sie am günstigsten zu sein schienen. Leidtragende dieses Machtstreites waren die Prediger, die -von den einen akzeptiert, von anderen abgelehnt – häufig resigniert in andere Teile des Landes abwanderten. Insofern hat das, was Generalsuperintendent M. Jacobus Fabricius 1629 eigenhändig in das Kirchen(rechnungs)buch geschrieben hat, übergeordnete Bedeutung: "Averst tho Haddebüe deit ein Jeder wat he will."
Neben dem Pastor prägte der Küster das Bild der Kirche jener Jahre auf mehrfache Weise. Er unterstützte den Pastor bei seinen religiösen Handlungen, war gleichzeitig der Hausmeister für das Kirchengebäude und unterrichtete insbesondere die Busdorfer Kinder.
Im 18. Jahrhundert schließlich kam es zur Trennung der Predigtämter St. Andreas und St. Johannis. Der Herzog zog das Patronatsrecht wieder an sich, er präsentierte den Gemeindemitgliedern anlässlich der anstehenden Pastorenwahlen in der Regel drei Kandidaten zur Auswahl. Die Vorstellungen der Klosterverwaltung hatten mehr oder weniger empfehlenden Charakter. Da Interessenkonflikte nicht ausblieben, wurden 1762 Verhandlungen über eine Trennung der Predigtämter aufgenommen. Es dauerte immerhin fünf Jahre, bis auf königlichen Befehl hin die Trennung vollzogen wurde. Fortan wohnte der Pastor für das Kirchspiel Haddeby im neuen Pastorat in Busdorf; Fahrdorf war als Standort für das Pastorat nie im Gespräch. Des Klosters Bequemlichkeit sei dem Seelenheil der Gemeinde nicht vorzuziehen, so lautete die Begründung für diese Entscheidung, die bis in die Gegenwart Bestand hat.
Der Pastor erhielt bis zum Jahre 1898 (Pfarrerbesoldungsgesetz) kein Gehalt im heutigen Sinne, seine "Intraden" (Einkünfte) setzten sich zusammen einerseits aus den Geld-Abgaben der Gemeindemitglieder und zum anderen aus Naturalien, die die Einwohner des Kirchenspiels nach einem komplizierten Schlüssel zu liefern hatten. Nicht nur der Pastor beanspruchte solche Abgaben, auch die Kirchengemeinde Haddeby selbst war mit einem Drittel beteiligt. Das letzte Drittel wurde an das Domkapitel abgeführt. Die einzelnen Abgaben wurden akribisch in einem Rechnungsbuch festgehalten, wobei es nicht nur in Fahrdorf immer wieder Bürger gab, die sich der Abgabenordnung zu widersetzen suchten. Zur Finanzverwaltung standen dem Pastor weitere Gemeindemitglieder zur Seite (zumeist vier). Diese vertraten paritätisch den klösterlichen und den königlichen Verwaltungsbereich. Über das Gemeindeleben liegen nur spärliche Dokumente vor. Von um so größerer Bedeutung ist deshalb das Andachtsbuch der Catharina Hagge aus Loopstedt aus dem Jahre 1832. Ihr Manuskript "Sprüche, Gesänge und Aufsätze, aufgeschrieben von Catharina Hagge in Loopstedt 1832" spiegelt eine sicherlich nicht alltägliche Frömmigkeit wider, von der andere Gemeindemitglieder und deren Verhaltensweisen, wie eindrucksvoll belegt, weit entfernt sind.
"Das Heil machen, ist eben das Heil bringen. Der Herr hat uns das Heil gebracht, "indem er uns heil gemacht.
Heiland heißt
1. Er macht uns heil
2. Er führt uns zum Heil".
An anderer Stelle heißt es:
"Störe niemand durch ein zu spätes Kommen und ein zu frühes Gehen.
Stehe auf, wenn das Wort Gottes und der Segen gesprochen wird.
Beuge deine Knie, wenn das Wort Jesu gesprochen wird.
Knie, wenn du das Abendmahl genießen sollst.
Bringe alles mit dir, Sorgen und Freuden, Schmerz und Betrübnis."
Im 19. Jahrhundert verlor die Kirche wegen der Stärkung staatlicher Strukturen weiter an Einfluss. Gleichwohl lässt sich aus Stellungnahmen der Pastoren im Rahmen der Gottesdienste von der Kanzel herab und aus den Aufzeichnungen in der Kirchenchronik die weiterhin bedeutsame Rolle der Kirche als Meinungsträger ablesen. Anhand bedeutsamer historischer Ereignisse macht dies Friedrich-Wilhelm Christensen in seinem Beitrag zur Busdorfer Chronik "Busdorf und die Haddebyer Kirche" eindrucksvoll deutlich. So nutzte der Haddebyer Pastor Haack seine herausragende Stellung, um 1848 gegen die dänische Politik zu argumentieren. Unterstützung erhielt er nicht von allen Seiten: Vor dem Hintergrund des Zurückdrängens kirchlicher Einflüsse wurde er 1849 entlassen, obwohl die Gemeindemitglieder ihn stützten. Auch seinem Nachfolger wurde sein anti-dänisches Verhalten zum Verhängnis. Erst Soren Bregnholm Lundt (1851) verhielt sich wieder entsprechend den dänischen Verordnungen und schloss die dänische königliche Familie erlassgemäß wieder ausdrücklich und namentlich in sein sonntägliches Fürbittengebet ein.


Die Kirche im 20. Jahrhundert

Die Aufzeichnungen von Pastor Boysen (1909-1914) über den Kriegsausbruch 1914 geben einen Eindruck davon, wie wichtig dem Kaiser die Unterstützung der Kirche für den bevorstehenden Waffengang war, von dem niemand erwartete, dass er vier Jahre andauern und den Familien unglaubliches Leid bringen würde: Am 5. August 1914 fand auf Anordnung des Kaisers ein Betgottesdienst mit 400 Gemeindemitgliedern statt, die mit 30 M Klingelbeutelgeld und 111 M Kollekte für die Angehörigen der Kriegsteilnehmer eine bis dahin unbekannte Spendenfreudigkeit zeigten. Mit zunehmender Dauer des Krieges und mit weiteren Opfern ließ sie jedoch deutlich nach.
Auch 1918 gab es mit Pastor Radeke (1915-1935) einen Geistlichen, der politischen Einfluß auf seine Gemeindemitglieder ausübte: Er bewertete, getrieben von seiner Sympathie für die alte Ordnung, die einzelnen Parteiprogramme der für die Nationalversammlung kandidierenden Parteien und deren Aussagen zur Kirche von der Kanzel aus. Eine Anzeige und scharfe Mahnungen des Schleswiger Soldatenrates hielten ihn jedoch nicht davon ab, am Wahltag, dem 19. Januar 1919, 1000 Flugblätter mit der Mahnung "Deine Kirche ist in Gefahr" zu verteilen. Die Folgen dieses Handelns sind nicht dokumentiert. Mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus ging der Einfluss der Kirche weiter zurück. Die fragwürdige Rolle eines Teils der Geistlichkeit und ihre Unterstützung des Systems in dieser Zeit lässt sich für den Haddebyer Pastor Georg Christian Asmussen (1935-1952) nicht belegen. Im Gegenteil spricht er in seinen Aufzeichnungen über diese Zeit von dem "Terror der Partei", von einer "hemmungslosen lügenhaften Propaganda" oder von "bösen Existenzen an leitender Stelle" unter Bezug auf die SS-Truppe 'Großdeutschland'. Wörtlich heißt es: "Aber der Zusammenbruch und die Auflösung waren da. Gott sei Dank, dass die Kapitulation noch zustande kam, bevor der offenbar bereits angesetzte Luftangriff auf Schleswig und Flensburg zur Ausführung kam."
Sehr viele Kirchenmitglieder scheinen sich von der Gemeinde jedoch nicht abgewendet zu haben, obwohl eine zunehmende Distanzierung auch von Pastor Asmussen registriert wurde. Besonders Lehrer hielten dem öffentlichen Druck nicht stand und erklärten ihren Kirchenaustritt.

"Der britische Rundfunk machte bekannt, wir Deutschen sollten hungern und frieren. Und dieses politische Programm hat man dann planmäßig verfolgt, allen frommen und humanen Reden zum Trotz. So ging das Vertrauen zum englischen Volk vollkommen dahin. Und doch ist ein Lichtpunkt in diesem traurigen Blick, das große Hilfswerk der Weltkirchen. Wenn auch dadurch der großen Not nicht gesteuert werden kann, so spürt man doch etwas von dem Geist Christi. Dass aber unsere Zeit einen stark eschatologischen Charakter hat, scheint mir sowohl durch die weltgeschichtlichen Ereignisse, als auch durch die ökomenische Bewegung bezeugt." 
1954 setzten erste Überlegungen zur Schaffung einer zweiten Pfarrstelle für den Bereich Haddeby Ost ein, da die Bewohnerzahl in den Gemeinden in der Nachkriegszeit durch den Zuzug von Flüchtlingen stark angestiegen war und somit eine ausreichende Betreuung der Gemeindemitglieder durch nur einen Pastor (Hartwig Alsen 1952-1956) nicht sichergestellt werden konnte. Die Zustimmung des Kirchenvorstandes war jedoch (noch) nicht zu erwirken (Abstimmungsergebnis 8:7), obwohl der Probst und das Landeskirchenamt entsprechende Bemühungen unterstützten. 1955 musste das Kirchengebäude grundlegend restauriert werden. 1958 folgte die Errichtung einer Glocke im Pastoratsgarten in Busdorf. Drei Jahre später lebten die Überlegungen zum Bau eines Pastorats in Fahrdorf wieder auf. Die zweite Pfarrstelle in Haddeby-Ost, zuständig für die Gemeinden Fahrdorf, Borgwedel, Stexwig, Geltorf, Lottorf und Selk, wurde eingerichtet und mit Pastor Irmin Barth besetzt, der zwischenzeitlich auch den pensionierten Pastor Warnke vertrat.


Der Pfarrbezirk Haddeby-Ost
Die offizielle Amtseinführung von Pastor lrmin Barth in Haddeby-Ost erfolgt am 2. Dezember 1962: Die Trennung der Aufgabenbereiche im
Kirchspiel (Haddeby-Ost und Haddeby-West) ist vollzogen. Pastor Friedrich Willert (25. Oktober 1964 bis zum Februar 1980), Pastor Christian Rüß (1. September 1980 bis Januar 1989) und seit dem 16. Dezember 1989 Pastor Ingo Gutzmann wirken in der Folgezeit im östlichen Teil des Kirchspiels, im westlichen Teil sind dies Pastor Tietz (bis 1974) und der gegenwärtige Pastor Nagel.

Auf 177.976,32 DM belaufen sich die Gesamtkosten für das im Jahre 1964 errichtete Pastorat in Fahrdorf, 1969 wird das neue Gemeindehaus errichtet (264.024,39 DM); 19 Jahre später wird ein Umbau notwendig, damit die vielfältigen Aktivitäten und Aufgaben erfüllt werden können, (212.339,94 DM). Gegenwärtig (Stand: 1. März 1993) zählt die Kirchengemeinde 1490 Mitglieder, die aktiv das Leben in Fahrdorf mitgestalten. Gottesdienste wurden bis 1992 in den Wintermonaten
im Gemeindehaus durchgeführt. Darüber hinaus finden für die Schule Reformations- und Schulanfängergottesdienste, für Kinder und Jugendliche Kinderstunden und der Konfirmandenunterricht und für die Erwachsenen monatliche Bibelstunden, Gesprächskreise, Seniorennachmittage und Chorproben statt.
Weiterhin werden die Räumlichkeiten von einer Krabbelgruppe in Zusammenarbeit mit der Familienbildungsstätte Schleswig, zur Vorbereitung und Durchführung des jährlichen Weihnachtsbasars und in der Adventszeit für ein vom Fahrdorf er Kochclub veranstaltetes Rübenmusessen genutzt.
Nachdem schon seit Mai 1970 eine Kinderstube existiert, deren Kosten sich die evangelische Kirche und die Gemeinde teilen, ist die Kirche seit 1973 Träger eines Kindergartens, der mit seinen zwei Kindergartengruppen (46 Kinder) Räumlichkeiten in der Schule nutzt. In einem Kindergartenbeirat wirken Gemeindevertreterinnen und -vertreter aus Fahrdorf und Borgwedel an der Gestaltung der Kindergartenarbeit mit.
Zur Betreuung der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger betreibt die Kirche eine Sozialstation (vorher Gemeindeschwesternstation), die für das gesamte Amt Haddeby zuständig ist. 1994 kann die Sozialstation aus den beengten Verhältnissen im Gemeindehaus in einen von der Kirche, dem Amt Haddeby und dem Kreis Schleswig-Flensburg finanzierten Neubau umziehen. Dem amtierenden Kirchenvorstand gehören neben Pastor Gutzmann aus Fahrdorf Margarethe Hansen, Gisela Heitmann und Dirk Petersen an; im Vorstand arbeiten weiterhin mit: Susanne Heiligendorff (Selk), Irmgard Kuhlmann (Selk) und  Hansgünter Weiß (Lottorf).

 

Faehrhaus1

 

Die Fähre   (Dr. Friedrich Stoll)

Quelle: Fahrdorfer Chronik von 1994, (S. 103-109) 

Mit großer Wahrscheinlichkeit leitet Fahrdorf seinen Namen von der Fähre ab, die hier das nördliche mit dem südlichen Schleiufer verband.(91) Es ist anzunehmen, dass das St. Johanniskloster vor Schleswig die Fähre einrichtete, als es größeren Landbesitz auf dem südlichen Schleiufer erwarb. Damit ergab sich die Notwendigkeit, vom Kloster aus diese sogenannten Überschleiischen Dörfer zu verwalten bzw. Abgaben und Dienstleistungen einzufordern. Wann das war, ist urkundlich nicht zu bestimmen. Zwar war das Dorf Jagel schon seit 1323 im Eigentum des Klosters(92), weiteren einträglichen Landbesitz kann das Kloster aber erst vom Beginn des 15. Jahrhunderts an erworben haben.

Bis dahin wird es in mehreren Urkunden als sehr arm beschrieben.(93) Sei es, daß schon vor 1400 eine Siedlung auf dem südlichen Schleiufer existierte oder daß sie erst jetzt um den Fähranleger herum entstand, jedenfalls hat sie wahrscheinlich erst im 15. Jahrhundert den Namen Fahrdorf erhalten. Wem diese wirtschaftsgeschichtliche Deutung nicht gefällt, der muss sich .an eine alte dänische Legende halten. Danach hat schon in sagenhafter Vorzeit ein Fährmann hier seinen Beruf ausgeübt. Es soll sich um St. Christophorus persönlich gehandelt haben, der eines Tages auf seinen starken Schultern das Jesuskind bei Fahrdorf über die Schlei trug und erst an dessen ungewöhnlicher Schwere merkte, dass er den Herrn der Welt übergesetzt hatte.

Urkundlich belegt ist die Existenz der Fähre zum ersten Mal1625 in einem Rechnungsbuch und 1626, als das Kloster 112 Bohle Land und das Fährhaus für drei Mark lübsch verpachtete. Schon damals musse der Fährmann Dettleff Tams die Klosterfräulein und ihre Diener kostenlos übersetzen. Als die kaiserlichen Truppen im Verlauf des 30jährigen Krieges Jütland eroberten (1627- 1629), hatte auch Fahrdorf unter den Kriegsläuften stark zu leiden. Damals wurde auch "Dettleff Tarnsen sein Haus zu Fardorff von den kaiserlichen Soldaten angesticket und auffgebrannt". Aus dieser Zeit muss auch eine undatierte Urkunde stammen, in der der ehemalige Fährmann zu Fahrdorf das Kloster um eine Hufe in Loopstedt zu seinem Lebensunterhalt bittet: Durch verschiedene Unglücksfälle, Krieg und Brand habe er die Fähre nicht mehr halten und sie an seinen Schwiegersohn abgeben müssen. Dadurch sei ihm "an seiner Nahrung ein ziemliches abgegangen". Jetzt fürchte er, im Alter kein Auskommen mehr zu haben.


 

Ein Hofland in Loopstedt erhält Casten Tambsen, Bauernvogt und Fährmann über die Schlei, im Jahr 1638 zur lebenslangen Nutznießung und zwar ohne Gegenleistung. Eine Besonderheit stellt der Vertrag von 1661 dar. Es ist das einzige Mal, dass eine Frau die Fähre festet (pachtet). Margarete Tetens bezahlt dafür 30 Mark lübsch und übernimmt die auf dem dazugehörigen Land ruhende Schuld von 500 Mark lübsch. Es handelt sich um eine halbe Hufe, eine Wiese auf dem Füsinger Feld und das Fährhaus. Den Fährkahn muss sie selbst anschaffen und unterhalten. Es fehlt in diesem Vertrag auch nicht die ernste Drohung, dass sie aller Rechte verlustig gehen soll, wenn sie sich säumig oder ansonsten ungebührlich verhalten sollte. Nach Margarete Tetens übten ihr Sohn Hans, dann kurze Zeit ein Capitain von der Luthe und schließlich Bendix Hildebrand, ein "Bürger und Parüqvier (wohl Perückenmacher) aus Schleswig", das Amt des Fährmanns aus. Zu dieser Zeit hatte der Fährmann auch die Krug-Gerechtigkeit inne, d. h. er durfte Bier und Branntwein ausschenken. Wenn sich Bürger aus Schleswig um die Fähre bemühten und eine Frau wie Margarete Tetens derartig hohe Nebenverpflichtungen übernahm, um die Fähre betreiben zu dürfen, muss das Fährgeschäft eine lukrative Einnahmequelle gewesen sein. Die mit ihm verbundene Fischereigerechtigkeit dürfte diesen Beruf noch zusätzlich attraktiv gestaltet haben. Da auch die Holmer Fischer gelegentlich Passagiere übersetzten, gab es mit ihnen immer wieder Streitigkeiten. 1672 erwirkte das Kloster ein Verbot des Schleswiger Magistrats, dass die Holmer Fischer niemanden übersetzen durften. 1757 mussten die Holmer auf ein gerichtliches Urteil hin einen Fischzaun wieder entfernen, der die Fähre behinderte. Aus diesen Vorgängen ist zu ersehen, dass das Kloster für seinen Fährmann eintrat und dessen Lebensgrundlage wohl zu verteidigen wusste.

1708 hatte jeder Hausmann (Haushaltsvorstand) dem Fährmann 1 Schip Roggen zu zahlen, die Heuerlinge dagegen hatten einen Tag im Jahr Handdienste an der Fahre zu leisten. Die Fahrdorfer aber setzten kostenlos über - sie hatten dem Fährmann die Hollenkoppel zur Nutznießung überlassen. Als Peter Ehlert aus Borgwedel 1768 das Fährhaus mit Scheune, Stall und Torfschuppen "samt allem, was darin erd-, nied- und nagelfest" war, von der Witwe des Claus Jessen kaufte, können wir einen Blick in die Haushaltseinrichtung des Fährmanns werfen: er besaß "acht Bettstellen, worunter eine mit grünen Vorhängen, zwei alte Betten, Tische und Bänke in der täglichen Stube und einen eisernen Ofen". Peter Ehlert erwuchs bereits ein Jahr, nachdem er seine Stelle angetreten hatte, ein ernsthafter Konkurrent. Ein Christian Friedrich Neyendahl versuchte, die Genehmigung zur Einrichtung einer neuen Fähre für Pferd und Wagen zu erlangen, um den sandigen und beschwerlichen Weg von Schleswig nach Eckernförde abzukürzen. Wieder musste das Kloster seine Rechte verteidigen. Es erwähnte in seiner Gegenschrift, dass es in Fahrdorf zwei Anlegestellen gäbe, je nachdem wie Wind und Wetter das Anlegen am bequemsten erlaubten. Ferner hob das Kloster die wirtschaftliche Bedeutung der Fähre für die Verwaltung seiner Dörfer südlich der Schlei hervor, da die dortigen. Untertanen auch gewisse Hofdienste auf dem nördlichen Ufer zu leisten hätten. Das Kloster überzeugte mit seinen Argumenten, die Bemühungen Neyendahls blieben erfolglos. Das Fährgeld muss die Klosterangehörigen zeitweise sehr gedrückt haben. Anders ist eine Beschwerde Peter Ehlerts nicht zu verstehen, dass die Borgwedeler und Stexwiger Abnehmer (Altenteiler) das Fährgeld verweigerten. 1800 verpachtete das Kloster die Fähre an Claus Hinrich Hagge, hinter dem jedoch ein Konsortium Fahrdorfer Hufner stand. Der Pachtvertrag wurde auf 20 Jahre abgeschlossen und enthielt in zwölf ausführlichen Kapiteln genaue Regelungen über alle Rechte und Pflichten des Fährmanns und die Abgaben der umliegenden Dörfer für die Überfahrt. Hagge war Pächter geworden, weil er in einem öffentlichen Versteigerungstermin das höchste Gebot abgegeben hatte. Eine öffentliche Versteigerung erfolgte auch 1820. Aus diesem Jahr ist das Versteigerungsprotokoll erhalten: Detlef Jöns aus Fahrdorf und der Holmer Fischer Johann Christian Meyer treiben in dramatischer Weise den Pachtpreis von ursprünglich 33 Reichstalern hoch auf 50. Jetzt steigt Peter Ehlert, Hufner und Gastwirt zu Fahrdorf, ein. Bei 75 Talern gibt Meyer auf, während Jöns jeweils um einen Taler höher bietet als Ehlert. Bei 110 Reichstalern erhält Ehlert schließlich den Zuschlag. Sein Landbesitz ging später in das Lorenzsche Gut über, dessen Gutshaus noch heute zu sehen ist (Dorfstraße48).


 

Eine Gefahr für den Fährbetrieb entstand 1869, als der Plan aufkam, Fahrdorf mit dem Schleswiger Gelände auf der Freiheit durch einen Damm mit Brücke zu verbinden. Es gab heftige Verfechter wie auch Gegner dieses Vorhabens. Der Streit zog sich bis zur Jahrhundertwende hin. Die Verwirklichung des Planes stand bereits so dicht bevor, dass Postkarten mit der noch nicht errichteten Brücke gedruckt, verkauft und verschickt wurden. Dann setzten sich aber doch finanzielle Erwägungen und Argumente des Umweltschutzes durch. Man befürchtete, die Schleswiger Abwässer könnten aus dem inneren Schleibecken nicht mehr genügend abfließen und einen übelriechenden Sumpf hinterlassen. Als 1903 der Fährkahn umschlug und die alte Kuchenfrau J anner Knudel, die Fahrdorf mit Backwaren versorgte, fast ertrunken wäre, flammte der alte Streit noch einmal auf, um dann endgültig zu den Akten gelegt zu werden.

Wenn auch niemals eine feste Verbindung zwischen Fahrdorf und der Freiheit entstand, kam doch einmal eine vorübergehende zustande. Im Herbst 1967 bauten Bundeswehrpioniere eine Pontonbrücke von Fahrdorf zum nördlichen Schleiufer- und die Fahrdorfer Landwirte konnten ein paar Tage lang über diese Brücke Rüben an die Zuckerfabrik in Schleswig liefern. Das Kloster verpachtete 1898 die Fähre mit Fährhaus und Schankgerechtigkeit für zehn Jahre an E. Nielsen. Damals belief sich die Pachtsumme auf 300 Mark jährlich. Die Landungsstege und die beiden Boote musste der Fährmann auf seine Kosten unterhalten. Den Ausgaben standen als Einnahme 8 Pf pro Person und Überfahrt gegenüber. Die Loopstedter Familien konnten sich durch eine einmalige Zahlung von 60 Pf das ganze Jahr übersetzen lassen. Bei diesen Gebühren dürfte der Fährbetrieb nicht mehr lohnend gewesen sein, und es verwundern nicht die Klagen über die Vernachlässigung der Anlegestege und der Signalanlagen.

Bei der Gelegenheit erfährt man, dass die Passagiere bei Niedrigwasser noch immer auf dem Rücken des Fährknechts in den Kahn getragen wurden, "wogegen sich die Damen meist sträuben". Einen früheren Fährknecht hatte schon Adelbert Graf Baudissin als einen zuverlässigen Mann "mit unendlichen Wasserstiefeln" beschrieben, der mit den Passagieren auf dem Rücken noch nie gestrauchelt sei.

Der letzte Fährmann Willy Callsen erleichterte sich die Arbeit, indem er einen Ford 4-Zylinder Automotor in den Fährkahn einbauen ließ. Doch fand die Fähre schon bald ihr Ende, als in der Mitte der 30er Jahre auf der Schleswiger Freiheit Kasernen gebaut wurden. Versuche, die Fähre nach dem Zweiten Weltkrieg wiederzubeleben, scheiterten. Inzwischen hatte Fahrdorf bessere Verkehrsverbindungen über die Bundesstraße 76 nach Schleswig. Die Fähre war überflüssig geworden. Geblieben aber sind das mehrfach umgestaltete Gebäude und der Name. Im "Alten Fährhaus" betreibt Tanja Hempfing heute eine Gaststätte, die zu privaten und öffentlichen Anlässen gerne genutzt wird. 


 

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